Die v3 adressiert die wirklichen Probleme nicht, sondern nur den NeidIch kann auch nicht auf die V3 hoch. Sie ist IMHO vielleicht sogar schlechter als die V2, da sie an sich, abgesehen von den kleinen Verbesserungen bei denen es sich um Klarstellungen handelt, nur zwei neue Neidparagraphen enthält, aber entscheidende Probleme (wie ich sie damit habe) löst sie immer noch nicht: www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=9672164&forum_id=90798 Mit der Anti-DRM-Regelung kann ich noch leben, allerdings sehe ich das so, dass der Sourcecode nicht verdongelt werden darf, und nicht der Output oder das Programm. Das ist legitim, schließlich darf die GPL nicht zulassen, dass man den Source einfach invalidiert, z. B. indem man eine Sprache verwendet, die Code nur eine gewisse Zeit als gültig ansieht um ihn später nimmer zu kompilieren, außer man zahlt DRM-Gebühren oder so. Überzogen halte ich hingegen, fest in die GPL einzubauen, dass bestimmte Dinge mit dem Binary erlaubt sind oder nicht. Oder dass diese sich auf das Verhalten desjenigen, er die Software einsetzt, anderweitig bezieht. Die GPL soll die Software davor schützen, dass jemand deren Verbreitung oder Nutzung beschränkt. Die GPL soll weder politisch erziehen, noch die Nutzung einer Software (z. B. "nicht für Waffensysteme" etc.) einschränken. So genau habe ich das mit der DRM-Sache noch nicht durchgelesen, aber diese Regelung könnte schon zu weit gehen (Linus Torvalds hat es sicher durchgelesen und besser verstanden als ich). Wenn die GPLv3 gegenüber der v2 einen entscheidenden Vorteil hätte, dann könnte ich mit dem DRM-Paragraphen trotzdem durchaus leben. Einen solchen entscheidenden Vorteil sehe ich in der v3 aber nicht! Diese Patent-Sache ist nichts, das mir den Umstieg auf die GPLv3 nahelegt - ich bin kein Neider, sehe Sachen langfristig, und Patente sind - auch wenn sie vielleicht irgendwann stark behindern - immer nur kurzweilige Angelegenheiten (was sind schon 20 Jahre?). In sofern muss ich sagen: Ich kann Linus Torvalds gut verstehen. Die v3 hat gegenüber der v2 keinen besonderen Vorteil. Mit der Formulierung "v2 or later" verhindert man auch nichts, sondern erlaubt es auch, GPLv2-Code mit GPLv3-Code zu mischen (dann alles unter der v3). Ich habe somit kein Problem damit wenn die v3 existiert, aber ich werde ebenfalls nicht auf die v3 hochrüsten. Außer jemand rüstet das nach, was ich im anderen Posting schrieb, nämlich Optionen, die Usern von GPL-Software zusätzlich das Recht auf den Source einräumt! Schließlich gibt es Formen der Weitergabe einer Software (z. B. als reiner ASP), die nicht von der v2 (und auch nicht von der v3) erfasst werden. Nochmals: Die Anwendung einer GPL-Software ist etwas anderes als deren Distribution. Es gibt aber inzwischen viele Formen der Anwendung, die de facto einer Distribution gleichkommen, die aber nicht unter Distribution fallen (da die Software nicht mehr vor Ort abläuft). Und im Grid wird das noch viel häufiger. Die GPLv2 regelt nur und ausschließlich die Distribution der Software an sich, die v3 fängt aber wohlmöglich an, auch außerhalb der Distribution der Software den Distributor zu maßregeln - eben über die Patentgeschichte -, das halte ich für grundfalsch, da sie versäumt, erst die vorrangigen Probleme - das sind die neuen Distributionsformen die nicht unter Distribution an sich fallen adressiert. -Tino |