www.heise.de/security/Sturmwurm-Botnetz-sperrangelweit-offen--/news/meldung/121310

Hacker haben ein Tool gebaut, das das Sturmwurm-Netzwerk abschalten könnte. Aber sie setzen es nicht ein, und geben dafür die aktuelle Gesetzeslage als Grund an. Die Leute im Forum bewerten das u. A. als Zeugnis dafür, wie hirnrissig der Hackerparagraph ist. Einige anderen kolportieren sogar, dass der Staat gar kein Interesse hat, das Sturmwurm-Netzwerk auszuschalten.

Meine Meinung ist:

  • Die Hacker handeln richtig das Tool nicht einzusetzen und das SturmWurm-Netzwerk nicht abzuschalten
  • Der Hackerparagraph steht dem nicht entgegen, denn im StGB gilt der Vorsatz zur Begehung einer Straftat, und das wird in solch einem Fall nicht einmal einmal der durchgeknallteste aller von Schäuble indoktrinierten Staatsanwälten hier ernsthaft vertreten
  • Das Entfernen des SturmWurm-Netzwerkes allerdings würde sicherlich die Ermittlungen in dieser Sache gefährden, weshalb dies schädlich wäre
  • Somit haben die staatlichen Organe (eines jeden betroffenen Landes) selbstverständlich nicht das Interesse, das SturmWurm-Netzwerk auszuschalten!
Das ist vollkommen logisch. Um an die Hintermänner heranzukommen muss man ordentlich ermitteln. Das dauert Zeit z. B. um überhaupt zu erkennen, dass Handlungsbedarf besteht, und man intern die Zuständigkeiten verteilen und die Gelder allokieren muss, was durchaus ein paar Jahre dauern kann. Wenn man das SturmWurm Netzwerk unkontrolliert und zum falschen Zeitpunkt abschaltet, dann wird diese Entwicklung hin zur ordentlichen Ermittlung deutlich erschwert. Genau das gilt es zu vermeiden.

Außerdem besteht die deutliche Gefahr, dass die Betreiber des Netzwerkes (die Kriminellen) noch weit schädlichere Maßnahmen in Stellung bringen wenn ihr Netzwerk weiter heruntergefahren wird.

Wenn die Ermittlungen ins Stocken geraten und nicht mehr weiterkommen ist es Zeit, das SturmWurm-Netzwerk hart zu treffen und evtl. die Initiatoren zu weiteren Aktion zu verleiten die die Ermittlungen hoffentlich weiterringen. Dann werden die Methoden der Hacker sicher gerne verwendet werden.

Um es mal klar zu sagen:

Es ist keine Sache von irgendwelchen selbsternannten Sheriffs oder privatwirtschaftlichen Firmen die daraus eine PR-Schlacht machen, sich mit dem internationalem organisierten Verbrechen anzulegen. Es ist zwar mehr als sehr verständlich wenn die Hacker ihren Lebensraum verteidigen, aber sie haben dies in diesem Fall nicht nötig, denn sie sind doch eindeutig besser und werden von solchen Lamer-Methoden wie einem Sturmwurm-Netzwerk gar nicht tendiert. Im Gegenteil, ich denke, es wäre sogar falsch sich zum Büttel der grauen Masse zu machen, denn wie sollen die das Environment eigentlich jemals erlernen, wenn man sie in Watte packt und es sie vor der grausamen Wahrheit verschont?

Es ist Aufgabe der Staaten, ihrer Polizei und Geheimdienste, sich den sozialen und wirtschaftlichen (und daraus resultierenden kriminellen) Problemen unseres Planeten zu stellen, die in unser Internet eindringen. Dazu gehören auch solche Phänomene, wie das SturmWurm-Netz, das auf rein wirtschaftlichen SPAMmer-Füßen steht. Mich tangiert es jedenfalls wenig (mal abgesehen vom eMail-SPAM, aber damit kann ich leben).

Wenn aber die Staaten versagen ist es durchaus mal hin und wieder gut, etwas Nachhilfe zu geben. Aber das Lernen müssen wir ihnen selber überlassen.

Der Anti-Hacker-Paragraph ist in sofern überhaupt nicht schädlich, sondern nur nervig. Dieser Paragraph ist nämlich sehr gut zur Unterdrückung unschuldiger und - von Seite der obrigen her gesehen - unliebsamer Personen geeignet. So lange aber unsere Verfassung nicht vollständig durchlöchert wurde (ich hoffe immer noch sie überlebt selbst Leute wie Schäuble) wird es dazu nicht kommen.