Meinung
Satire
Der feBra
Folgenden Text postete ich ins Heise-Forum: ++FT+2007++FT+2007++ Der Konzern SaraLee stellte auf der Comdex den umstrittenen feBra (Females' Energy Bra) der Öffentlichkeit vor. "Erstmals in der Geschichte der Menschheit," so führte der CEO Theo de Kool von SaraLee aus, "haben jetzt Frauen im eBusiness einen eindeutigen Vorteil vor ihren männlichen Kollegen. Ein revolutionäres Produkt." Der feBra ist im Wesentlichen ein normaler Büstenhalter, der die Wippbewegung der Brüste beim Gehen in elektrische Energie umsetzt. Er basiert auf der Idee des Huckepack-Kraftwerks. "Dank moderner Materialien werden die Dehnungen des Trägermaterials in bis zu 5W elektrische Energie überführt und dienen so zur permanenten Stromversorgung aller möglichen Wearables für das Business." so der CEO, und weiter führte er aus: "Das bringt auch die Gesundheit in Schwung. Nach einem längeren Handy-Telefonat kann man mit einem kurzen Joggen zum eigenen Büro oder auf dem Weg zu einer Konferenz den Akku wieder voll aufladen." Ganz so einfach, wie der CEO ausführte, ist die Sache dennoch nicht. Den feBra gibt es erst ab Körbchengröße D. "Für eine ausreichende Effizienz des ganzen ist ausreichend Masse Voraussetzung. Deshalb hat der feBra unterhalb von Körbchengröße D wenig Sinn. Wir empfehlen außerdem, für den Business-Altag sogar mindestens doppel-D." Auf die Frage, ob das seine Klientel nicht zu stark einschränke meinte er: "Das sehen wir langfristig. Bei der nächsten Schönheits-OP können die Business-Frauen ihre Brüste entsprechend anpassen. Wir haben außerdem schon einen Vertrag mit dem Feinmechanikhersteller Wilhelm Beutter GmbH & Co. KG, die für uns Brustimplantate auf Dielektrikumbasis herstellen. Damit kann die Energie vom feBra effizient am Ort der Entstehung dauerhaft gespeichert werden, so dass die Wearables dann auch bei längeren Vorstandssitzungen problemlos durchhalten." Scherzhaft setzte er auch hinzu, dass er als Mann das ja auch gerne sähe. Wie bereits vorher berichtet gab es bei der Vorankündigung des Produktes zuerst starken Protesten aus der Seite der Frauenbewegung. Die Presseabteilung von SaraLee war auf diesen Umstand aber anscheinend vorbereitet und verschickte tausende von speziellen Brochuren, die die genauen Hintergründe hinter dem feBra enthielten. Darunter war auch eine Studie, die belegen konnte, dass der IQ von Männern bei der Ansicht von Busen der Größe D und darüber um mindestens 50% schrumpfte, und die Arbeitsleistung ebenfalls wesentlich abnahm. Da dies einen unstreitbaren Vorteil der angepeilten Klientel gegenüber der männlichen Konkurrenz darstellt, wird inzwischen der feBra von den Frauenverbänden sogar empfohlen. SaraLee hat derzeit noch nicht vor, ein entsprechendes Freizeitmodell herauszubringen. "Der feBra ist noch entsprechend teuer, außerdem müssen wir zugeben, dass bei übermäßiger Beanspruchung im privaten Umfeld des feBra sich Überspannungen bilden können, die in bestimmten Situationen von den Wearables nicht rechtzeitig abgebaut werden können. Die dadurch entstehende statische Aufladung wird dann bei Körperkontakt an andere Menschen weitergeben, was doch recht unangenehm ist." Damit meine der CEO vor allem den Fall, der sexuellen Betätigung bei anbehaltenem Büstenhalter. Auf die Frage hin, ob er trotzdem die über 100000 Vorbestellungen des BHs auch an Privathaushalte ausliefern werde, meinte er: "In den USA sind wir aufgrund von Produkthaftungsbedingungen gezwungen, Probleme im Vorfeld auszuschließen. Deshalb haben wir jede Abnehmerin auf dem US-Amerikanischen Markt angeschrieben, und sie hat uns entweder bestätigt, dass der feBra für den angepeilten Businesszwecke eingesetzt wird, oder die entsprechenden gefährlichen Aktivitäten in dem Haushalt sowieso schon lange nicht mehr vorkommen." Ausländische Märkte will der Konzern SaraLee deshalb erst beliefern, wenn dieses Überspannungsproblem befriedigend gelöst wurde. Bei der Frage, ob SaraLee einen "meBra" (Males' Energy Bra) oder etwas ähliches plane, hielt sich der CEO bedeckt. "Es gibt bei Männern keine ähnlich geeigneten Stellen, um die Energie abzugreifen. Bierbäuche eignen sich hierfür nicht." Viele Textil- und Wearables-Hersteller stehen schon bereit, passende Produkte zu liefern. "Endlich" wird Steven Jobbs von Apple zitiert, dessen Frau sich vor kurzem medienwirksam die Brüste passend auf DD-Plus mit Energiespeicher vergrößern ließ. Apple wird zeitgleich zur Markteinführung des feBra einen passenden fePod ausliefern. ++FT+2007++FT+2007++ -TinoPS: Disclaimer: Die im Text genannten Personen- oder Firmennamen sind ohne deren Wissen der Realität entnommen (per Google). Es handelt sich bei dem Text um frei erfundene übelste Satire. Alle Ähnlichkeiten mit Äußerungen oder Produkten dieser Firmen/Personen wären rein zufällig. Ich habe nichts mit den genannten Firmen oder Personen zu tun.