Meinung
Tinos Kolumne
Links zu AllOfMP3 sind illegal?
Momentan werden
Abmahnungen wegen Links zu AllOfMP3 verschickt verschickt.
Wer also einen Link zu
www.allofmp3.com setzt sieht sich der Gefahr einer Abmahnung konfrontiert.
Ich halte diese Vorgehensweise für ungehörig. Aus mehreren Gründen:
- Mein Firefox zeigt einen Link immer als Link an, egal ob er verlinkt ist oder nicht. Also auch wenn man den Link als Text hinschreibt, für mich ist er klickbar.
- Bamboo erlaubt mir nicht, Links nicht als Links zu schreiben! Eine Angabe www.allofmp3.com wird so automatisch zu einem Link! Darf ich jetzt hier in meinem Blog plötzlich nicht mehr meine Meinung zum Besten geben, weil ich dann jederzeit verklagt werdne kann, weil ich ein CMS verwende? (Sourcecode der Seite)
- Ich war schon immer dagegen, dass man Links kriminalisiert. Ein Link ist ein Link ist ein Link. Ich habe schon immer auch absolut gegensätzliche Meinungen von mir verlinkt, das ist gute Tradition. Somit kann niemand aus dem Setzen eines Links ohne weiteres auf meine Intentionen schließen.
Links sind ein integraler Bestandteil des Internet. Das Setzen eines Links darf nur dann zu Problemen führen, wenn
nachgewiesen werden kann, dass das Setzen dazu gedacht war, jemand anderen zu
schädigen oder eine
klare illegale Handlung zu begehen. Diese Abmahnpraxis aber, dass jeder Link den man setzt durch jedermann gleich mit horrenden Anwaltsgebühren bedroht ist, bedroht die freie Meinungsäußerung im Netz! Sprich, die Bedrohung darf nur und einzig und alleine von einem Gericht mit einem Urteil ausgehen, und niemals aufgrund einer Zuschrift auf Papier von irgendeinem Anwalt!
Für mich sind meine Seiten, mein Blog, nur die Niederschrift meiner Gedanken, damit ich sie nicht vergesse. Es ist einfach nur ein öffentliches Mem. Darf ich jetzt meine Memen an andere weitergeben ohne dass ich gleich verklagt werde? Diese Niederschrift ist übrigens nicht mit einem vertraulichen Brief sondern eher einer öffentlichen Postkarte zu vergleichen (eMail vergleiche ich immer mit dem gesprochenen Wort). In meinem Fall denke ich "besser" mit einer Tastatur zwischen den Händen (ich tippe extrem schnell).
Keine Panik!
Das Problem ist, dass hier wiederum etwas passiert ist, was eigentlich nicht passieren darf. Weil es aber passiert, leisten die Verfolger im Netz der Entwicklung vorschub, dass wir in Zukunft nur noch in freien Netzen a la
I2P bewegen werden. Sie
zwingen uns dazu, zu unserem eigenen Schutz, an sich sinnvolle Richtlinien wie die Impressumspflicht zu umgehen.
Ich jedenfalls werde mir demnächst eine virtuelle Identität zulegen, die dann auf einer EEPSITE ihre Informationen veröffentlicht. Diese virtuelle Identität wird per eMail erreichbar sein, aber ich werde auf keinen Fall mein wahres Impressum angeben.
Ich mache das nicht, um illegale Dinge zu tun, sondern um Frieden zu finden. Den Frieden, meine Meinung verkünden zu können, ohne Repressalien zu befürchten.
Ach ja, wirkliche Insiderinformationen kann ich immer noch nicht ausspucken. Das Problem ist, diese kann man trotzdem weiter zu mir zurückverfolgen. Es geht auch nicht darum, irgendwelche Manager wegen ihrer Dämlichkeit in die Tonne zu treten, sondern schlicht darum, dass kein Feld-Wald-Wiesen-Anwalt daherkommen kann, und irgendwelche Drohungen abzulassen, in Form von einer saftigen Rechung für die Abmahung.
Statt dessen muss er sich wohl damit begnügen, sinnvoll zu handeln, sich also an den Autoren der Seite zu wenden um ihn mit ordentlichen Argumenten zu überzeugen. Wer nett fragt, bekommt auch eine nette Antwort.
Aber so?
Wir werden sehen, im anonymen Netz, auch wenn ich mich nicht zu erkennen geben werde.
-Tino