Meinung

Tinos Kolumne

Arcor Drückerkolonnen

Folgende eMail geht gerade an Arcor ab:
An: info@arcor.net

Hallo,

ich wohne in Eschborn, Liebigweg 5, 65760 Eschborn. Ich habe an meiner Haustür die Klingel versehen mit einem Schild "Keine Vertreter!". Dieses Schild wurde heute, 2005-10-05 gegen 11:30 und 11:40 missachtet von zwei Personen, die behaupten, von Ihnen zu kommen.

Da dies zweimal, also wiederholt geschah, schreibe ich diese eMail.

Der erste Vertreter der klingelte behauptete, kein Vertreter zu sein. Ich sagte "Vergessen Sie's" und wollte mich wieder hinlegen. Kaum lag ich wieder klingelte die zweite Vertreterin an der Tür.

Ich wollte von der Person den Namen haben. Schnippisch kam in etwa zurück "nein, den gebe ich Ihnen nicht, da ist ein großes Gebäude von Arcor, beschweren Sie sich da".

Daraufhin sagte ich der Person, dass ich das as Belästigung, Ruhestörung und Nötigung empfinde. Dass sie das Schild zu respektieren haben, dass ich keine Vertreter wünsche und dass das bedeutet, ich will meine Ruhe.

Da meinte die Vertreterin, das Schild sei ja "so klein". Aha. Mit anderen Worten, sie ignoriert auch noch vorsätzlich solche Schilder, da sie sie als zu klein empfindet um sie zu beachten.

Ich habe dann die Polizei gerufen, das nahm die Person zum Anlass, mit ihrem Kollegen zu verschwinden.

Sofern die Leute von Ihnen waren, möchte ich mich hiermit über diese Methoden beschweren und die Namen der zwei Personen erfahren. Ein junger Mann den ich mir nicht gemerkt habe und eine relativ hübsche und kleinere dunkelhaarige Frau mit der ich argumentiert habe.

Hinweis:

Wenn jemand, der bei mir in geschäftlicher Absicht klingelt seinen Namen nicht zu nennen bereit ist, muss ich ausserdem Betrugsabsicht voraussetzen. Das ist unabhängig davon, wie ich "drauf" bin, das Recht habe ich als Verbraucher, wenn Vertreter jedweder Coleur an meiner Türe klingeln.

Wie stehen Sie dazu?

Ich erwarte Antwort binnen 1 Woche. Danach werde ich Anzeige gegen Unbekannt stellen. Die beiden sind übrigens selber schuld dass die Anzeige sich nun direkt gegen die zwei Personen richten wird.

-Tino
PS: Diesen Fall stelle ich live in mein Blog, permalink.de/tino/arcor

Die Frau trug eine dunkle Lederkombination und hatte eine Dokumentenmappe bei sich.

Ich kann vor solchen Leuten nur warnen, denn wie ich schrieb, bei Leuten, die ihren Namen zu nennen nicht bereit sind, muss man in unserer heutigen Zeit Betrugsabsicht voraussetzen.

Update

Arcor nimmt auf info@arcor.net keine eMail entgegen. Keine der Mailboxen die sie angeben und keine der Telefonnummern passen zum Problem.

Interessante Firma, ich nehme an, sie interessiert es nicht, wenn in ihrem Namen Kunden betrogen werden.

Übrigens fand ich Arcor eigentlich ganz gut. Vor Jahren habe ich den Leuten dazu geraten, denn Arcor war wesentlich innovativer als die Telekom. Inzwischen hat sich das Blatt aber gewendet und die Telekom ist mit ihren Angeboten wieder im ordentlichen Bereich, die Servicequalität war von jeher besser und sie macht keine derartig halbseidenen Dinge.

Wenn ich am Freitag Zeit finde (da fahre ich hier an der lokalen Polizeidienststelle vorbei) werde ich mal sehen ob ich nicht eine Anzeige gegen unbekannt loswerden kann. Nicht dass das irgendetwas bringt, aber ich finde, derartige Machenschaften müssen dokumentiert werden.

Update

Ich habe mich entschlossen, es doch auf sich beruhen zu lassen. Allerdings muss ich sagen, dass die Leute höchst illegal unterwegs sind. Ich habe sie darauf hingewiesen, dass sie vorläufig festgenommen sind (es lag ja die Straftat des Hausfriedensbruchs mit Nötigung vor) und sie haben sich aus dem Staub gemacht, also der Verhaftung entzogen. Ich kann da nichts gegen machen, man hat zwar das Recht, die Leute vorläufig festzunehmen, aber man darf dafür keine Gewalt anwenden.

Wahrscheinlich hätte es gar kein Problem mit der Polizei gegeben, diese hätte die Personalien aufgenommen, damit ich eine Anzeige gegen die Leute hätte schalten können, und das wäre es gewesen.

Aber in Zukunft weiss ich was ich tue: Ich fotografiere diese Leute bevor ich ihnen mitteile, dass sie zu warten haben bis die Polizei eintrifft, und dann rufe ich die Polizei. Sollten die Leute sich ordentlich verhalten, werde ich das Bild vernichten. Wenn nicht gibt es Anzeige gegen diese Personen eben mit Bild.

Ich weiß, dass die Leute sich gegen das Aufnehmen des Bildes zur Wehr setzen können. Aber genau das ist der Sinn dahinter! Wer sich zur Wehr setzt muss sich zu Erkennen geben. Genau das will dieser Personenkreis nicht!

Werden diese Leute handgreiflich habe ich das Recht auf Verteidigung, welches ich ausüben werde. Mein Problem ist, dass ich langsam, schwach und körperlich ungeschickt bin. Ich habe deshalb keine Möglichkeit, einen trainierten Angreifer abzuwehren, ohne die Kontrolle an mein Unbewusstes abzugeben. Dann habe ich aber keine Kontrolle mehr darüber, was dann passiert.

-Tino, 2005-10-05