2007-07-14 China - Tag 2

Tempel-Layout

Am zweiten Tag geht es zuerst zum

Lachender Buddha

Shanghai Jade Buddha Temple

Prompt verliere ich im Gedränge des Tempels meine Feinstrickjacke. Die hätte ich gar nicht mitnehmen müssen, hätte sie auch nicht gebraucht, aber da ich eigentlich immer auf alles vorbereitet sein möchte habe ich sie mitgenommen.

Ja, ich habe die selber verloren, das war sicher kein Diebstahl. Sie ist mir nämlich schon früher mehrfach runtergefallen. Jedenfalls fand sich das gute Stück (es war meine beste) nimmer an. Das war Kleidungsstück #1 das dieser Tag verschlissen hat.

Shanghais Fernsehturm

Anschließend ging es zum Hafen, dort machten wir die "The Huangpu River Tours".

Dann schloss sich das sehr ausführliche Mittagessen an. Langsam wurde mir auch klar, warum die Leute mich immer mit dem Lachenden Buddha vergleichen, Ähnlichkeiten sind wirklich nicht von der Hand zu weisen, vor allem wenn es weiter so gut schmeckt ;)

Im Jujuan-Park (Schreibweise? Korrigiere ich wenn ich die Reiseunterlagen in Deutschland durchgucken kann) schließlich ging wegen des endlosen Photographierens das zweite Kleidungsstück zu Bruch: Meine Hose riss. Die Jeans mit der ich aus Deutschland angereist bin.

Sie riss an einer Stelle an der sie hätte nicht reißen sollen (wenigstens eine Stelle die man nicht sofort sieht). Schlechte Verarbeitung oder schlechter Stoff, was weiß ich. Nö, war "Originalware" aus Deutschland, beim normalen Levis-Händler gekauft. Entweder wird also Levis schlechter oder das war Grauware. Immerhin ist es sehr gut möglich, dass ich in China auf dem Land jemanden finde, der mir die stopfen kann.

Anschließend besuchten wir noch eine Einkaufsstraße. Allerdings hauptsächlich eine für Touristen. Das was ich suchte fand ich da nicht. Vor dem Jujuan-Park versuchte ich noch, für meine Kamera zusätzliche Kassetten zu kaufen. Ich habe aus Deutschland nur 15 Stück mitgenommen, da ich mir dachte, die wären in China billiger.

Das war eine Fehleinschätzung. In Deutschland kosten DV-Kassetten ungefähr 2,5 EUR pro Stück. In China hingegen 7,50 EUR (75 Yuan)! Dafür sind es auch noch die schlechteren (billigeren) Kassetten von Sony.

Vom Tour-Guide wurden wir auf eigenen Wunsch in der Nähe einer Einkaufsmeile (das kann man durchaus wörtlich nehmen) abgesetzt, die auch anderes als Tourismusartikel verkauft.

Dort kamen wir mit einigen Kunststudenten in Kontakt von denen wir ein paar typisch Chinesische Kunstwerke kauften. Ein letzter Zweifel bleibt zwar, ob diese Werke, wie behauptet, wirklich von denen mit denen wir sprachen hergestellt wurden, aber umgerechnet auf unsere Verhältnisse waren die Seidenmalereien und Seidenstickereien eher günstig. Wenigstens haben wir versucht, ein gutes Werk zu tun ;)

Danach fanden wir - mit der Hilfe der Studenten - den Weg zu einem allgemeinen Kaufhaus. Allerdings wurde ich dort nicht beim Canon-Weitwinkel-Objektiv oder dem GPS-Tracker fündig, alles Sachen, die ich eigentlich billiger in China erwartet hätte. Ich hätte sie in Deutschland besorgt wäre dafür noch Zeit gewesen (ich hatte zu lange gewartet bzw. die Sachen trafen zu spät ein, so dass ich nicht rechtzeitig das Zubehör bestellen konnte).

Naja, der erste Versuch. In Peking habe ich hoffendlich nochmals eine bessere Gelegenheit.

Warnungen die in Reiseführern noch nicht stehen

Und einen Tipp für China-Reisende habe ich hier, vor dem nicht im Reiseführer gewarnt wurde. Was man von anderen Ländern kennt scheint in China mit einer durch die lokale Gesetzgebung besonderen Masche geprägt zu werden:

Wenn man jemanden kennenlernt und diese zum Essen einlädt, dann auf keinen Fall das Angebot annehmen, in eine Bar zu gehen, die sich in einem der oberen Stockwerke befindet. Zumindest sollte man sich die Bar genauer ansehen. Wenn diese dann nämlich einen zwielichtigen Eindruck macht, dann ist sie das auch, definitiv!

Nein, es handelt sich dabei nicht direkt um Betrug, sondern schlicht um gesalzene verdeckte Preise. Selbst für unsere Verhältnisse steht der Preis in keinerlei Verhältnis zu den Kosten. Und selbst wenn man - wie wir - die Speisekarte bekommt, plötzlich stehen Dinge auf dem Tisch, die man eigentlich nicht bestellt hatte, und deren Preis unklar ist.

Sagen wir es einmal so: Es war eine lehrreiche Erfahrung. Wer den Spaß mit 100 EUR (pro Person, das wäre übertragen auf Chinesische Verhältnisse also "mal schnell 1000 EUR ausgeben für nix") gerne mitmachen will, der soll es bitte - wie wir - mit Humor nehmen. Ich hatte mir übrigens fast schon so etwas gedacht, weil es in Touristenhochburgen eben so etwas gibt, und war also entsprechend vorsichtig. Ich dachte mir nur, in China gäbe es (noch) Nichts in dieser Form, aber China holt in dieser Sache erschreckend schnell zum Rest der Welt auf.

Was soll's. Ich hatte meinen Spaß die Erfahrung zu machen, und es war gar nicht schwierig, die Sache möglichst ohne Komplikationen und frühzeitig genug zu beenden. Und ein Spaß war es in gewisser Weise wirklich. Ich war zwar vorsichtig, weil man von anderen Ländern schlimme Sachen hört (eine Sicherheitsvorkehrung war z. B. dass ich nur Cola trank welches aus einer geschlossenen Dose serviert wurde, vermutlich war ich aber übervorsichtig), aber so wie ich es sehe gibt es in dieser Hinsicht in China keine Gefahr, beraubt zu werden. Es ist eben nur eine besondere Masche, Geld an Touristen zu verdienen. Und da ich auch neugierig war, kann man nicht einmal direkt von Nepp reden - ich hatte also durchaus etwas für's Geld.

Erkennungshinweis:

Laut Reiseführer zahlt in China derjenige, der das Restaurant vorgeschlagen hat. Zu erwarten, dass der Tourist zahlt, ist somit ganz klar ein Verstoß gegen Chinesische Tradition. Diejenigen Chinesen, die da also mitmachen, haben das Gesicht verloren, jedenfalls im Sinne der restlichen Bevölkerung.

Das fällt einem europäischen Tourist natürlich nicht sofort auf. Aber genau das ist ein untrügerischer Hinweis, den der Chinareisende bemerken sollte.
Dieses Anzeichen ist mir übrigens erst gerade eben beim Tippen aufgefallen.

Fazit

Der Tag war sehr interessant. Noch weiter so interessant dürfen die Tage nicht bleiben, denn dann geht mir das Geld aus (grins), aber zur Aklimatisierung war das schon einmal hervorragend. Insbesondere hat mich extrem überrascht, wie weit China bereits entwickelt ist. Im positiven wie im negativen.

Allerdings fühle ich mich hier in China - als Tourist - sehr sicher. Noch komme ich leider mit den Feinheiten nicht ganz klar und gehe oft noch etwas zu unbekümmert an alles heran und mache typische Touristenfehler, aber das lernt man recht schnell.

Als Kontrast ein anderes Beispiel:

Das Teehaus im Buddha-Tempel war komplett "kostenlos". Dort kann man in angenehmer Athmosphäre Tee verkosten und diesen dann kaufen - oder auch nicht. Das ist eben das richtige China, das gelernt hat, mit - für chinesische Verhältnisse - rüden Westlern umzugehen. Und auf der anderen Seite treibt das neue China Blüten, die es in zahllosen Schattierungen gibt.

Für mich ist jeder Aspekt eines Landes interessant. Nur gefällt mir das traditionelle China besser ;)

Tagesabschluss

Wir waren also wieder früh Abends im Hotel, buchten Internet, und ich habe diese Seiten online gestellt. Internet ist vergleichsweise günstig und kostet uns ca. 5 EUR pro Tag.

-Tino, 2007-07-15