2007-07-15 China - Tag 3

Ursprung des Beamten-Audi

Um 9:00 Uhr ging es los zur alten Stadt Zhujiajiao.

Im deutschen Reiseführer wurde behauptet, es handelt sich um einen Tagestrip. Das ist falsch. Tatsächlich hatten wir fast den gesamten Nachmittag frei. Das haben wir auch ausgenutzt, da uns das warme Wetter härter zusetzt als wir dachten. Sprich: Entspannung im Hotelzimmer mit der Klimaanlage war angesagt. Aber zuerst der Trip:

Als wir dort ankommen ist es sehr heiß und sehr schwül, außerdem kommt die Sonne heraus. Bisher war es immer bewölkt, was wir eher begrüßt haben, da die Sonne in Shanghai für uns Deutsche erbarmungslos herunterbrennt.

Und wieder ist ein Missgeschick passiert: Meine Kamera hat das Band gefressen das eingelegt war (und auf dem sich ca. 35 Minuten Aufnahmen befinden).


Merke: Die Hersteller schreiben es in der Anleitung, und ich kann es bestätigen:

Wenn die Kamera aus dem Kalten (Auto mit Klimaanlage) ins Warme kommt (heißschwüle Luft), dann darf man sie nicht verwenden bis sie temperiert ist. Bei mir ist zuerst die Linse beschlagen, das war aber schnell vorbei. Aber das Gefährliche lauert im Bandlaufwerk (also den beweglichen Teilen).

Wenn hier Wasser aus der Luft kondensiert, dann kleben die Rollen auf dem Band und das Band knittert. Anschließend ist das Band nicht mehr zu gebrauchen. Wenn man nicht aufpasst kommt es nicht nur zu Bandsalat, sondern auch zum Verlust der Aufnahmen auf der Kassette, da die Kamera die Bandschäden erkennt und zur Sicherheit des Kopfes das Band nicht mehr annimmt.

In solch einem Fall (Kalt nach Warm) meine Empfehlung für Kameras mit Bandsystem:

  • Kamera nicht einschalten!
  • Band vorsorglich herausnehmen!
  • Warten bis die Kamera sich vollständig an die Umgebungstemperatur angepasst hat.
  • Danach noch etwas warten bis das kondensierte Wasser verdunstet ist.
  • Dann erst Band wieder einlegen.
  • Bis es so weit ist, kann man die Foto-Funktion der Kamera ja verwenden, sobald die Linse nicht mehr beschlagen ist.
IMHO sollte Kondensat auf der Elektronik kein Problem darstellen. Erstens ist es Kondensat, also leitet nicht, außer die Luftverschmutzung wäre extrem. Zweitens sind Platinen normalerweise lackiert. Und drittens verdunstet es schnell, da die Elektronik warm wird.

Ob man den essen kann?

Die Stadt ist nett, aber ein reiner Touristenort. Für mich bot dieser Ort nichts, was mich interessieren würde, außer einiger Aufnahmen, versteht sich. Ja, nette Steinfiguren, man sieht die alten Bauten und neue Klimaanlagen, dazu einige 800 Jahre alte Brücken (wenn ich mich recht erinnere), darunter die "Brücke für ein langes Leben" (auf der muss man Goldfische aussetzen, damit das wirkt, die man dort natürlich kaufen kann). Und überall quirlen Touristen wie man selber. ÖDE! ;)))

Die Shops haben Nippes für Touristen, allerlei und vieles, aber nichts darunter was mich auch nur irgendwie anspräche. OK, ein geschnitzter Holzelefant wäre schon vielleicht etwas, einfach so zum Spaß, aber wie soll ich den bitte transportieren? Der wiegt sicher 10kg oder mehr.

Anschließend ging es zurück nach Shanghai, gegen 12:30 Uhr waren wir da. Zeit zum Mittagessen? Nein, das Frühstück hängt noch im Magen! Also erst noch eine Seidenfabrik besucht.

Diese Fabrik bietet eine interessante Decke (Füllung!) aus Seide. Sie kostet ca. 85 bis 90 EUR inklusive Verschiffung nach Deutschland. Da mir unklar ist wie groß meine Bettüberzüge sind (ohne Kommentar) habe ich(!) nicht zugeschlagen. Naja, ich hätte gleich die Seidenüberzüge mitkaufen können, aber ich sehe das so: Seide mag sich noch so gut auf der Haut anfühlen, ich bevorzuge Dinge, die man auch leicht sauber halten kann. Irgendwie schlafe ich dann besser!

Außerdem gibt es an die Fabrik angegliedert ein Factory Outlet. Und jetzt wird es interessant:

Ich hatte meine Feinstrickjacke ja verloren, mein bestes Stück. Für umgerechnet unter 100 EUR gab es dort einen passenden Ersatz aus Seide! Natürlich habe ich da zugeschlagen. Außerdem habe ich mir zwei Seidenpullover gekauft, die jeder etwa 70 EUR gekostet haben. Ich brauche die für die weitere Reise, da wir auf der Seidenstraße in kältere Gefilde kommen. Diese Seide kann man aber sowohl warm als auch kalt tragen, d. h. der Lapsus ist wieder ausgebügelt, dazu noch vergleichsweise günstig.

Anschließend geht es zum Mittagessen. Eigentlich hatte ich nach dem reichlichen Frühstück (mal wieder) noch gar keinen Hunger. Aber .. Scheiße war das Essen diesmal gut! Außerdem war es so reichlich, dass wir es gar nicht vollständig zwingen konnten. Zwar hat mir alles bestens geschmeckt, aber man ist ja nicht alleine, und Geschmäcker sind verschieden. Übrigens habe ich heute, wohl zum ersten Mal in meinem Leben, Krabbe gegessen, nach dem Stückchen Schale zu urteilen auf dem ich rumgekaut habe.

Anschließend ließen wir uns zum Hotel fahren und erklären, wie wir per Taxi in die Innenstadt kamen. Aber im Hotelzimmer war dann Internet und wir waren auch etwas abgeschlafft. Ergo nix mehr raus, entspannen bis morgen, denn morgen früh um 6:00 Uhr müssen wir aufstehen um den Flug nach Peking nicht zu verpassen.

-Tino, 2007-07-15