2007-07-17 China - Tag 5 - Dienstag
Zugfahrt nach Chengde und Besichtigung der Sommerresidenz des Chinesischen Kaisers. Wir stehen um 5:00 Uhr morgens auf, da es um 5:30 Uhr bereits zum Bahnhof geht. (Stöhn)
Die Fahrt zum Bahnhof war ein besonderes Kleinod der Chinesischen Organisationskunst.
Zuerst einmal die Lage des Hotels: Das Hotel liegt keine 50 Meter vom (ich glaube) östlichen Eingang in den Bahnhof entfernt. Einfach nur über die Straße (das ist alles andere als einfach da diese extrem breit ist und der Verkehr im europäischen Sinne wahnsinnig mörderisch anmutet) und man wäre da.
Wir werden aber per Auto abgeholt. Es geht also mit dem Auto erst einmal nach Norden (also weg vom Bahnhof) um dann über eine Schleife (anders kann man nicht fahren) zurück zum Bahnhof zu fahren. Dann geht es am Bahnhof vorbei nach Westen zum nächsten Parkhaus. 2 Etagen nach unten und dann wird das Auto abgestellt. Man ist nun etwa 4 Treppen (Aufzug ist Fehlanzeige) und 100m von der westlichen Flanke des Bahnhofs entfernt.
Also schleppt man das Gepäck (der Fahrer nimmt auch etwas, aber so viel wie wir dabei haben kann kein einzelner Mensch schleppen) 4 Treppen hoch und dann die 100m zum Bahnhof um dann über den Bahnhofsvorplatz an dem sehr langen Gebäude (ca. nochmals 100m) zum östlichen Eingang zu gelangen, in den sich eine gigantische Menschentraube drängelt.
Was die Chinesen natürlich wissen, wir aber nicht, ist, dass an diesem Eingang das Gepäck kontrolliert wird wie am Flughafen! Ich bin überhaupt nicht in der Lage die vielen Gepäckstücke auf das Band zu legen, die Leute drängen einfach zu schnell nach. Ich muss z. B. von meinem Rucksack-Koffer den zweiten Rucksack abschnallen (der gehört ebenfalls zum Koffer) damit das Teil durch die Maschine passt.
Im Bahnhof endlich angekommen bin ich - wegen der Hitze und sowieso - natürlich schweißgebadest (ich bin dafür dass es diesen Superlativ geben muss). Aber zuviel gefreut. Der Bahnhof hat die Ausmaße eines Flughafens und man ist noch schier endlos bis zum Bahnsteig unterwegs.
In China gibt es übrigens nur die 3. und die 2. Klasse. Wir fahren 2. Klasse, aber es ist für unser vieles Gepäck ausreichend Platz im Großraumwagen. Die Leute sind distanziert und nett wie erwartet, und immer mal wieder kommt Servicepersonal vorbei um Essen, Trinken usw. zu verkaufen. Zu Chinesischen Preisen. Es gibt z. B. eine Nudelsuppe für 5 Yuan (entspricht 50 Cent), für die uns die Schaffnerin sogar das heiße Wasser bringt (das es im Zug zu diesem Zweck frei gibt).
Nach einer Zugfahrt von 4:15 Stunden kamen wir in Chengde an, treffen unsere (sehr hübsche) Reiseleiterin (sie kann übrigens das R sprechen) und checken in das Hotel ein:
Sheng Hua Hotel
22 Wu Lie Road
Cheng de City
P. R. China Danach fahren wir zum Mittagessen, das sehr enttäuschend war, da es Pommes mit Nuggets gab (nicht Hühnchen, welches Fleisch drinnen war konnten wir nicht eruieren), und dann zum Kaiserlichen Sommerresidenz. Das Wetter war leider ist diesig bis extrem diesig. Unbedingt zu empfehlen ist die Fahrt (40 Yuen pro Person) zu den Aussichtspunkten in den Bergen, und zwar wie wir mit dem kleinen Gefährt (nicht den Bussen). Denn diese Fahrt alleine mit diesem Car ist abenteuerlicher als der Rest ;) Am Abend wollten wir an sich nochmals richtig Chinesisch essen gehen, aber irgendwie waren wir so erschlagen, dass wir ins Bett fielen und erst gegen 5:00 Uhr morgens aufwachten (ich bin ca. 18:00 Uhr abends mitten beim Tippen auf dem Laptop in Klamotten eingepennt ohne es so richtig zu merken! Mag auch daran liegen, dass ich etwas Verdauungsprobleme habe). -Tino, 2007-07-18