Freude mit der GEZ

Siehe auch permalink.de/tino/heise5

Realitätsverlust bei der GEZ

Ich bin seit Anfang 2007 umgezogen. Das fällt zufällig auch mit der neuen Verordnung über die neuartigen Rundfunkgeräte zusammen. Leider bedeutet der Umzug aber auch, dass ich mit dem Saftladen namens GEZ Kontakt aufnehmen muss. Und diese Firma macht es dem deutschen Bürger alles andere als leicht die Fassung zu wahren.

Um nicht zu sagen, was die Firma da vom Stapel lässt ist geradezu eine Beleidigung für jeden aufrechten Menschen.

Die alte Situation

Ich besaß bis Anfang 2000 einen Fernseher der eigentlich 24h am Tag an war. Dazu kam mein Radio im Privatfahrzeug. Also habe ich GEZ bezahlt, wie jeder.

Die zwischenzeitige Situation

Dann wurde ich selbständig. Die Arbeit war entfernt, also bezog ich dort eine Wohnung. Dort kaufte ich auch einen Fernseher. Der alte hat den Umzug nämlich nicht überlebt.

Zuerst machte ich alles mit der Bahn, aber da der Bahnchef offensichtlich etwas gegen Fahrgäste hatte (permalink.de/tino/101) legte ich mir dann einen Firmenwagen zu. Zu derselben Zeit in etwa ging der neue Fernseher kaputt. Zwar hätte er noch Garantie gehabt oder so, aber ich beschloss, ihn nicht reparieren zu lassen. Denn inzwischen hatte ich nicht mehr die Nerven, diese ständige Unterbrecherwerbung zu ertragen. Und was soll ich sagen: Ohne Fernsehen lebt es sich besser! (Ich habe mehr Zeit solchen Mist wie diesen hier in mein CMS zu klopfen eg.)

Seitdem hatte ich also eigentlich nur folgendes:

  • Ein Radio im Auto und
  • noch einmal dasselbe Radio im Auto
Richtig, nach der etwas seltsamen Zählung der GEZ zählt das Radio im Auto doppelt, da es ja ein Geschäftsauto ist. Jedenfalls habe ich mir das so zusammengereimt nach dem was ich da gelesen habe. Da ich aber eh mehr zahlte als notwendig, dachte ich mir nix weiter dabei.

Ja, ich hätte vielleicht etwas sparen können. Aber Aufgrund dessen wie sich der GEZ-Mitarbeiter aufführte als er mich in der "neuen Wohnung" aufsuchte hatte ich jede Lust verloren mich mit einem derart unverschämten Auswuchs unseres Landes wie der GEZ zu befassen. Und ich hatte Recht, es nicht schon damals zu tun, denn so habe ich mir wenigstens einmal den Frust bewahrt, den ich jetzt schieben muss weil ich mit der GEZ Kontakt aufgenommen habe.

Gegen die Rundfunkgebühren habe ich nichts. Im Gegenteil, ich halte den Rundfunkstaatsvertrag für etwas ausgesprochen Gutes. Die Versorgung der Bevölkerung mit öffentlich rechtlichem Fernsehen als Gegenpol zu den kommerziell orientierten Sendern ist gerade in unserer heutigen Zeit absolut notwendig! Dafür zahle ich gerne.

Das einzige Problem mit dem Rundfunkstaatsvertrag stellt somit die GEZ dar. Was sich diese Firma leistet halte ich als Bürger dieses Landes für unverantwortlich, beschämend und geradezu beleidigend.

Übrigens:

Da ich faul bin (und es mir es damals finanziell gut ging) habe ich sogar die Kabelgebühren weiterbezahlt. Jedenfalls bis die Kabelfirma versuchte die Kabelgebüren zu erhöhen, woraufhin ich ihr gekündigt habe. Die Firma war so schlau und hat mich nicht sonderkündigen lassen, sondern ließ mich nach den alten Gebühren zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen, das war genau 1 Jahr später.

Fazit: Nie wieder Kabel, das ich aber nicht einhalten konnte, da ich hier Breitbandinternet wollte, und das gibt es an meinem neuen Wohnort nur via Kabel, und da muss man das Fernsehpaket mit abnehmen auch wenn man es nicht braucht.

Der Umzug

Dann zog ich um. Da mein altes Konto irgendwann ausläuft (ich habe nicht vor es noch lange zu behalten) musste ich jetzt leider Verbindung mit der GEZ aufnehmen, um die Adresse zu ändern. Das ist leider so Gesetz. Und was die GEZ dann getrieben hat ist geradezu nur noch lächerlich zu nennen.

Ich habe wirklich alles versucht, der GEZ meine Situation klar zu schildern. Leider stehen dagegen 2 Dinge:

  • Die Formulare der GEZ.
  • Und die GEZ selber, die schlicht die Relität so hindichtet, wie sie es sich wünscht.
Da ich aber beruflich mit Computern arbeite, habe ich gar keine Möglichkeit mehr, an der GEZ vorbeizukommen. Und das dürfte jedem Menschen so gehen, denn die "neuartigen Rundfunkgeräte" sind eigentlich aus einem vernünftigen modernen Leben nicht mehr wegzudenken.

VoIP greift immer weiter um sich. Wer also in einigen Jahren einen Telefonanschluss per VoIP hat wird automatisch in den Genuss eines "neuartigen Rundfunkgeräts" kommen, nämlich seinem Telefon, das ja bauartbedingt in der Lage ist, Rundfunkprogramme zu empfangen.

Das ist kein Quatsch. Es ist technisch gar kein Problem, mit einem VoIP-Telefon einen Radiosender zu empfangen, indem man eine Asterisk anwählt, die den entsprechenden Radiostream abonniert hat.

Wenn es das noch nicht gibt wird das nicht lange auf sich warten lassen. Denn das ist sehr bequem: Ich möchte Radio hören, wähle einfach das Radio an und stelle das VoIP-Telefon auf lauthören. Fertig, kann jedes Kind. Jedes VoIP-Telefon ist somit ganz klar eines dieser "neuartigen Radiogeräte".

Ob dies im Sinne des Erfinders ist ist mir unklar. Andererseits schrieb ich ja, dass ich den Rundfunkstaatsvertrag als gut erachte. Ich finde nur, die GEZ gehört abgeschafft zugunsten einer generellen für alle gleichen "Kulturflatrate" die jeder Bürger (der über ein Einkommen verfügt) bezahlen muss, und jeder einreisende oder durchreisende Ausländer, der aus einem Land kommt, das keine ähnliche Regelung kennt.

Zu den Formularen:

Geht mal zu einer Stelle an der GEZ-Formulare vorliegen. Da gibt es 3 Formulare:

  • Eines zum Anmelden
  • Eines zum Abmelden
  • Eines zum Ummelden
Was aber, wenn man Abmelden, Anmelden und Ummelden muss? 3 Formulare ausfüllen? Wie?

Hätte jemand bei der GEZ nur irgendwelche Intelligenz, dann würden diese 3 Formulare sinnvoll zu einem Formular zusammengefasst, und zwar ganz einfach:

Man meldet an die GEZ einfach nur, wie der Ist-Stand ist und fertig.

Und tatsächlich, so ein Formular gibt es, das die GEZ aber nur dann zuschickt, wenn man als Bürger schon bis aufs Messer von ihr gereizt wurde. Aber anscheinend muss ich es falsch ausgefüllt haben, denn die GEZ hat meine Abmeldung meines Fernsehers nicht akzeptiert.

Ich gehe aber davon aus, die Anmeldung meiner anderen zwei Geräte hat sie wahrscheinlich akzeptiert.

Das mag sie als clever ansehen, ich sehe das aber als Unverschämtheit an. Außerdem ist das falsch und wird dem Auftrag, den die GEZ ausführen muss, nicht gerecht. Wenn ich etwas bezahle und der GEZ korrekt angebe, dann bitte soll sie das gefälligst auch dem richtigen Topf zuordnen!

Jedenfalls erhalte ich heute ein total falsches Schreiben mit einer Erklärung, die darauf schließen lässt, dass die GEZ ihre Phantasie für die Realität nimmt. Hey, hallo GEZ, wir sind nicht für dich da, Du bist für uns Bürger da! Deshalb erwarte ich als Bürger, dass Du dem, was ich sage, Glauben schenkst, denn wahrscheinlich wird das, was ich sage, der Wahrheit entsprechen und genau so stimmen wie ich es sage.

Also, zuerst machst Du mal, was ich sage (denn ich bin der Zahler), und danach kannst Du es ja nochmals kommentieren und vielleicht anmerken, dass ich vielleicht etwas übersehen habe. Dann werde ich ggf. schon tätig werden, denn - im Gegensatz zu dir - halte ich mich ans Gesetz.

Die neue Situation

Ich besitze 3 Dinge, die ich gesondert bei der GEZ anmelden muss:

  • Privat ein Radio (das im Auto)
  • Geschäftlich ein Radio (das im Auto)
  • Geschäftlich ein "neuartiges Rundfunkgerät", d. h. meine Computer zuhause
Rein technisch macht das übrigens 3*5,52 EUR=16,56 pro Monat. Für Radio+Fernsehen zahle ich momentan 17,03 pro Monat. Es geht also um lächerliche 7 Cent Unterschied. Allerdings kann ich 11,04 EUR pro Monat als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen sobald ich das korrekt korrigiere.

Der Fernseher ging, wie geschrieben, vor Jahren kaputt.

Jetzt schreibt die GEZ mir, dass ich privat den Fernseher nicht abmelden kann. Hier der Text des Schreibens:

Sehr geehrter Herr Hilbig,

Sie möchten ein defektes Fernsehgerät abmelden.
Die Abmeldung haben wir nicht durchgeführt, weil dafür die gesetzlichen Grundlagen fehlen.

Bitte beachten Sie:

Ein Rundfunkgerät wird immer dann zum Empfang bereitgehalten, wenn der Rundfunkempfan ohne erhebliche technischen Aufwand möglich ist. Ein erheblicher technischer Aufwand liegt solange nicht vor, als eine Reparatur des Rundfunkgeräts erfolgen kann. Somit wird auch ein defektes Gerät zum Empfang bereitgehalten.

Mit diesem Brief erhalten Sie die aktuellen Daten zu Ihrem Teilnemerkonto.

Mit freundlichen Grüßen,

Gebühreneinzugzentrale

Der Schrieb hat trotzdem sein Gutes:

Ich entzog der GEZ erst einmal die Abbuchungserlaubnis, da ich erkennen konnte, dass das Konto das alte und somit falsche war.

Was ich mich aber ziemlich bedenklich stimmt ist, woher will die GEZ das alles wissen, dass das Gerät reparabel ist? Weiß sie mehr als ich? Überwacht sie meinen Haushalt?

Kleines Beispiel um die Hirnrissigkeit der Argumentation der GEZ klarzustellen:

  • Ich kaufe einen Fernseher.
  • Dieser geht kaputt.
  • Ich schlachte ihn aus und baue ihn zu einem Aquarium um.
  • Dann versuche ich den Fernseher bei der GEZ abzumelden.
Nach obiger Logik muss das schiefgehen. Ich besitze dann laut der GEZ noch einen Fernseher, denn man könnte das Aquarium ja "ohne hohen technischen Aufwand Reparieren" so dass daraus wieder ein Fernseher entsteht.

Jedem klar denkenden Menschen dürfte aufgehen, dass ein wirklich kaputtes Gerät nicht ohne hohen technischen Aufwand wieder herzustellen ist. In meinem Fall wäre die Reparatur sicher teurer als der Neukauf eines Gerätes.

Ein weiteres Beispiel um die Hirnrissigkeit der Argumentation der GEZ klarzustellen:

  • Ich kaufe einen Fernseher.
  • Dieser geht kaputt.
  • Ich gebe ihm dem Nachbarsjungen weil er ein Elektronikfreak ist.
Nach obiger Logik muss das ebenso schiefgehen. Ich besitze dann laut der GEZ noch einen Fernseher, denn der Junge könnte das Gerät ja vielleicht reparieren. Dass er das Gerät in 1000 Einzelteile zerlegt hat ist vollkommen irrelevant. Irgendwer könnte das Teil ja vielleicht noch reparieren.

Wie kann ich der GEZ jetzt bitte klarmachen, dass ich kein Gerät mehr habe, mit dem ich Fernsehen empfangen kann? Muss ich ihr einen Entsorgungsnachweis erbringen? Oder muss ich jetzt einen Fernsehfachmann kommen lassen der mir bescheinigt, dass ich keinen Fernseher mehr besitze? Und wie kann dieser Mann herausfinden, dass ich kein Eigentümer eines Fernsehers mehr bin?

Ich weiß woher das resultiert

Ich glaube schon zu wissen, woher die Aussage der GEZ kommt:

Einige clevere Leute sind auf die Idee gekommen, dass sie sich ein Radio kaufen, die Batterien herausnehmen, die Sicherung herausnehmen und meinen, das Gerät sei nun defekt und sie hielten keinen Rundfunkempfänger mehr bereit. Tatsächlich könnten sie das Gerät aber jederzeit wieder in einen funktionierenden Zustand versetzen.

Klar dass die GEZ solchen Leuten das nicht erlauben kann, ja darf. Tatsächlich ist das natürlich ein Bereithalten eines Rundfunkempfängers.

In meinem Fall aber liegen die Sachen anders. Ich melde sogar mein neuartiges Rundfunkgerät an und komme meiner gesetzlichen Pflicht nach, meine neue Adresse anzugeben. Vollkommen unverständlich ist aber, warum die GEZ solchen Leuten, die sich offensichtlich an die Gesetze zu halten versuchen, ihr Leben auch noch schwer machen, indem sie ihnen nicht erlauben, ihr Gerät abzumelden, weil es vor Jahren kaputtgegangen ist.

Wie ist das nun, habe ich einen Fernseher oder nicht?

Natürlich habe ich keinen Fernseher mehr.

Aber anscheinend in den Augen der GEZ ist das nicht so. Dort muss man anscheinend detailliert begründen warum man keinen Fernseher mehr hat. Die Einfache Angabe "er ist kaputt" reicht anscheinend nicht aus.

Ich habe der GEZ nun eine neuerliche Abmeldung hingeschickt, auf der Vorderseite schreibe ich wahrheitsgemäß "Ich habe keinen Fernesher mehr". Ich schrieb das so, weil es ausdrücken soll, dass ich weder Eigentümer noch Besitzer eines Gerätes bin, das man als Fernseher bezeichnen könnte (das passt aber nicht in die Zeile).

Da das aber wahrscheinlich nicht ausreicht, habe ich noch auf der Rückseite alles hingeschrieben was mir zu dem Gerät einfällt. Allerdings kann ich nur die Wahrheit schreiben.

Da das Gerät weitgehend entsorgt wurde, muss ich davon ausgehen, dass es tatsächlich jemandem auf diesem Planeten gelingen könnte, dass er das Gerät repariert. Ich habe aber deutlich dazugeschrieben, dass es wohl einfacher ist, aus einem Bleistift einen Düsenjäger zu bauen, aber das ist eben leider nur meine Einschätzung. Ob die GEZ das akzeptiert oder nicht ist mir unklar.

Vermutlich wird mir diesmal das Genick brechen, dass ich dazuschrieb, dass ich Amateurfunker bin, und mir es so einfacher fällt, einen neuen Fernseher zu bauen als das alte Gerät zu reparieren. (Um ein Gerät zu bauen das Fernsehton empfängt reicht im Prinzip ein Besenstiel und etwas Draht aus einem alten Trafo aus, dazu kommt eine Glühbirne und ein paar Bauteile aus der Bastelkiste. Man muss nur noch einen alten analogen Fernsehturm finden und schon empfängt das Teil besser Fernsehen als mein damals kaputtgegangener früherer Fernseher.)

Ob das rechtlich haltbar ist weiß ich nicht, aber ich schrieb dazu, dass ich die Abmeldung des Fernsehers verlange.

Da das Spielchen aber jetzt im Fluss ist werde ich keinen falschen Gebührenbescheid der GEZ mehr akzeptieren. Mir ist auch egal, ob die GEZ die Anmeldung oder Abmeldung akzeptiert oder nicht, denn im Staatsvertrag ist sicher nicht geregelt dass die GEZ einfach so eine Abmeldung ignorieren darf. Ich habe keinen Fernseher mehr, ich melde es der GEZ und das muss einfach reichen. Damit kann die GEZ auch keine Gebühren mehr begründen, denn ich habe ordentlich abgemeldet.

Wenn die GEZ das aufgrund falscher Interpretation ihrerseits nicht akzeptiert ist das ihr Problem, nicht meines. Sie macht dann etwas falsch, nicht ich.

Es muss einem Gebührenzahler doch möglich sein, einen Fernseher abzumelden wenn er keinen mehr hat ohne dabei zu lügen!

Außerdem poste ich noch folgenden Text auf der GEZ Homepage:

Sie können das auch öffentlich abrufen unter permalink.de/tino/gez

Hallo,

ich akzeptiere den Bescheid nicht, da er reinem Wunschdenken Ihrerseits entspricht und nichts mit der Realität gemein hat.

Ich habe keinen Fernseher mehr. Sie behaupten, die Abmeldung muss begründet werden sonst akzeptieren Sie diese nicht. Ich weiß nicht, wie ich das in meinem Fall kann, da bei mir offensichtlich keine der "Standardbegründungen" ausreicht oder von Ihnen akzeptiert wird.

Ich habe die Abmeldung begründet, nämlich dass der Fernseher vor Jahren kaputtging. Sie meinen, er sei vielleicht reparabel. Das mag sein, ist aber irrelevant, da ich ihn inzwischen nicht mehr zum Empfang bereithalte da ich ihn nicht mehr habe.

Dass ich keinen Fernseher mehr habe (damit meine ich "Besitz" wie auch "Eigentum") muss ihnen einfach als Aussage genügen. Es muss Ihnen reichen, wenn ich Ihnen versichere, in meinem Haushalt gibt es nichts, das man als Fernseher bezeichnen könnte (von Computermonitoren abgesehen, die aber keinen Antenneneingang besitzen).

Wenn Sie mich fragen, ob es einen nichtfunktionierenden Fernseher gibt, muss ich die Frage bejahen. Ich besitze einen Holzbesen sowie Maschendrahtzaun. Ich gehe davon aus, mit deren Hilfe und einigen wenigen Bauteilen, die ich diversen anderen Geräten entnehme, könnte ich, genügend Zeit vorausgesetzt, einen Fernsehfunkempfänger basteln der den (alten analogen) Fernsehton dekodiert. Und würde ich genug Literatur lesen könnte ich einen alten Röhrenmonitor in einen Fernseher umfunktionieren, und sogar das neue digitale Fernsehen dekodieren. Als Funkamateur bin ich sogar berechtigt so etwas zu bauen! Aber das begründet eben nicht, dass ich noch einen Fernseher besitze oder zum Empfang bereithalte.

Würde ich aber behaupten, ich hätte nichts, aus dem man einen Fernsehempfänger herstellen könnte, wäre das eine dreiste Lüge. Allerdings findet sich überall etwas, aus dem man Funkempfänger bauen kann. Mit alten Drehscheibentelefon, genug Klingeldraht und einem verrosteten Eisenstuhl kann jedes Kind einen Langwellenempfänger bauen. Radioempfänger herzustellen ist simpel, dazu braucht es fast nix. Deshalb befinden sich überall auf unserem Planeten "nichtfunktionierende Rundfunkempfänger". Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass der Rundfunkstaatsvertrag dies alles unter "bereithalten" versteht.

Ich vermute also, dass Sie das Konzept des "Bereithaltens" eines Rundfunkempfängers zu weit auslegen und es den Rundfunkzahlern wie mir unnötig schwer machen, ihre Geräte ordentlich abzumelden. Beispiel:

Wenn ich in mein Wohnzimmer gehe, eine Scheibe meines Glasschranks einschlage und das dahinterliegende Radio einschalte, dann halte ich das Gerät bereit. Soweit stimme ich dem zu.

Wenn ich aber aus meinem Haus gehe, eine Scheibe einschlage und das dahinterliegende Radio einschalte, so halte ich nicht unbedingt ein Gerät bereit. Die Scheibe kann die eines fremden Autos und das Radio das dort eingebaute Autoradio sein. Und im Fall einer Katastrophe wäre so eine Aktion nicht einmal eine Straftat sondern von den deutschen Gesetzen gedeckt (ich müsste allerdings ggf. die Scheibe bezahlen, das ist aber reines Zivilrecht)! Trotzdem begründet diese Art der Verfügbarkeit eines Radios fast überall in Deutschland kein "bereithalten" eines Rundfunkempfängers.

Ungefähr so liegt bei mir die Sache. Ich habe keinen Fernseher, könnte aber jederzeit über einen verfügen. Trotzdem halte ich keinen Fernseher bereit. (Falls Sie darauf stoßen, dass ich Kabelfernsehen beziehe: Internet via Kabel geht hier nicht anders. Könnte ich das Fernsehen abbestellen würde ich mir das Geld sparen.)

Es geht mir nicht darum, Geld zu schinden. Tatsächlich geht es um ganze 7 Cent pro Monat die ich derzeit zu viel zahle, das ist lächerlich. Worum es mir geht ist ein ordentlicher Gebührenbescheid. Und genau das erwarte ich von Ihnen.

Die Abmeldung meines Fernsehers fällt deshalb zusammen mit der Anmeldung zweier anderer Geräte, nämlich meines geschäftlich genutzten Autoradios und meiner geschäftlich genutzten PCs ("neuartige Rundfunkgeräte"). Insgesamt ergibt sich so eine "Senkung" der Gebühren bei mir um 7 Cent.

Bei mir ist also alles gleichzeitig zusammengekommen: Abmeldung, Anmeldung, Umzug. Das mit dem Umzug scheint geklappt zu haben, der Rest aber ging vollständig in die Hose. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit Ihren Formularen nicht zurechtkomme? Das würde aber bedeuten, Sie machen ihren Job schlecht, schließlich sollte es von Ihnen dem Bürger doch wohl einfach gemacht werden, die richtigen Gebühren in den richtigen Topf abzuführen?

Also nochmals:

  • Sie haben von mir eine Anmeldung der zwei neuen Geräte. Dabei war die Abmeldung des Fernsehers.
  • Zusätzlich geht Ihnen in den nächsten Tagen nochmals die Abmeldung meines Fernsehers ein, die Sie bitte akzeptieren!
Ich fände es praktisch, wenn Sie mir die Änderung rückwirkend zum 1. Januar zukommen lassen könnten. Die Rückerstattung der 70 Cent (bei mir ist bis 1.10. alles bezahlt) erwarte ich indes nicht. Allerdings könnte ich dann steuerlich die Geschäftsausgaben ab Januar geltend machen (ab da gibt es die neuen Rundfunkgeräte ja).

Da ich tatsächlich insgesamt nach Gebührenordnung geringfügig weniger zahlen müsste als ich momentan bezahle, verlange ich aber, dass ich jetzt nicht plötzlich fälschlich mehr zahle, weil Sie die Anmeldung akzeptieren, die Abmeldung aber nicht! Also, alles hängt bei mir zusammen. Entweder Sie machen es insgesamt richtig, oder belassen es lieber beim Alten bis Sie es richtig hinbekommen.

Ob das rundfunktechnisch 2 Gebührenbescheide oder nur 1 bedeutet weiß ich nicht. Ich bin selbständig und firmiere unter meinem eigenen Namen, mir reicht also einer. Ich gehe also von 1 Bescheid aus, auf dem folgendes steht:

Privat:
  • Radio und neuartiges Rundfunkgerät
Geschäftlich:
  • Radio im geschäftlich genutzten Auto
  • Neuartiges Rundfunkgerät (ein Standort)
Sobald Ihnen das gelungen ist werde ich Ihnen die Abbuchungserlaubnis für mein neues Konto zukommen lassen. Die Abbuchungserlaubnis für mein altes Konto habe ich vorhin separat entzogen (das geht formlos, da dazu meine Willenserklärung nur in Ihren Verfügungsbereich gelangen muss). Ich bestehe einfach auf einen korrekten Gebührenbescheid bevor ich Q4 bezahle. Bis Oktober sollte aber doch hoffentlich genug Zeit sein. Sollten Sie es bis dahin aber nicht hinbekommen, muss ich davon ausgehen, die GEZ ist noch schlimmer als ihr Ruf.

-Tino

-Tino, 2007-08-16

Update 2007-12-21: GEZ funktioniert!

Die GEZ hat es auf die Reihe gebracht! Vor einigen Wochen bekam ich Post und in dieser war alles endlich korrekt eingetragen. Jetzt zahle ich endlich ordentlich meine GEZ-Gebühren, einmal privat, einmal geschäftlich. Wow, das hätte ich nicht erwartet.

Indes, warum musste es zu solch einem Kampf kommen? Ich verstehe es nicht. Muss man diese Sache wirklich für anständige Bürger derart kompliziert machen?

Kleiner Tipp:

Die Sendungen der GEZ überlappen sich manchmal. Deshalb durchaus mal etwas länger warten, bis sicher nix mehr eintrudelt.

Das Problem dabei ist, man versäumt dadurch evtl. Fristen, habe ich so den Eindruck. Deshalb muss das Motto in Sachen GEZ lauten:

PLEASE PANIC!

Vielleicht sehe ich das falsch, aber dann wäre es wohl einfacher, wenn die GEZ ihre Schreiben verständlicher und vor allem netter formuliert, also in etwa:

"Wir haben vernommen dass Sie ab DATUM ihre GEZ-Gebühren verändern wollen. Folgende Informationen haben wir erfasst:

WHATEVER

Wenn diese Angaben korrekt sind brauchen Sie nichts mehr weiter zu tun. Wenn nicht, teilen Sie uns bitte die notwendigen Änderungen mit. Sie haben dafür 4 Monate Zeit, evtl. zu viel gezahlte Beiträge erhalten Sie selbstverständlich angerechnet oder zurückerstattet."

Würde das nicht alle zufriedenstellen? Vor allem könnten glaube ich hunderte Leute bei der GEZ viel entspannter arbeiten, da die Bürger nicht mehr so antworten als seien sie auf 180 (eben weil sie auf 180 sind).

-Tino, 2007-12-21