iPod und iTunes
Ich habe mir einen Apple iPod zugelegt. Nicht weil ich das Gerät hipp fand oder weil man einen haben muss, sondern weil ich mir den Preis eines teuren CD-Wechlsers gespart habe und stattdessen den iPod-Link einbauen lasse. Der iPod kam an, und ich habe sofort meine Klassik-CDs rausgesucht um sie in den iPod einzulesen. Das hatte ich bisher nicht gemacht, denn ich höre CDs eigentlich nur im Auto, und wozu soll ich also die CDs mit ExactAudioCopy rüberziehen wenn ich's nicht brauche. Das ist aber alles gar nicht notwendig. Die iTunes-Software ist derart problemfrei zu benutzen, dass ich guten Gewissens den Apple iPod jedem ans Herz legen kann. Meiner hat zwar "nur" 20 GB, was für ein externes Device in meinen Augen extrem wenig(!) ist, aber als einem CD-Wechslers, Walkman etc. ist der iPod weit überlegen.Wow
Ich weiß jetzt, warum Apple's iPod ein solcher Erfolg ist. Er wurde schlicht schwerelos designet.Warum muss eigentlich erst einmal Apple vorbei kommen, um zu zeigen, wie man es macht?
Ja, die Software hat auch noch ein paar Ecken und Kanten an denen ich mich reibe, aber insgesamt hebt sie sich so extrem gut von dem anderen Mist ab, den es so gibt, dass ich mich wirklich frage, ob die Industrie bisher irgendeinen Dornröschenschaft gehalten hat, und vergessen hat, dass man guten Programmierern auch die notwendige Zeit und Mittel zugestatten muß, um eine Sache rund zu machen.Es sind nicht die großen Dinge die zählen
Die Kleinigkeiten sind es, die den iPod eine runde Sache werden lassen. Zuerst einmal:Die Bedienung
Ich habe den iPod ausgepackt und geladen. Dann eingeschaltet und kam damit nicht klar! Ich habe auf den Taten rumgeklickt wie wild, aber nix ging. Bis ich dahinter kam, dass man mit dem Finger über den Ring streichen muß so als ob man en Ring bewegt. Dieses Bedienkonzept ist schlichtweg genial. Es ist dermaßen intuitiv, dass ich mich frage, wieso es nicht schon lange allgemein üblich ist, und man immer alles so umständlich mit point&click bedienen muss.Die Software
Man startet die iTunes-Software. Sie weist mich darauf hin, dass bei mir AutoRun abgeschaltet ist und ob es eingeschaltet werden soll. Das geht bei mir nicht, wegen vmWare, deshalb bekomme ich den Hinweis, dass ich bei CD-Wechsel die Software kurz minimieren soll damit sie den CD-Wechsel mitbekommt. Genau solche simplen Hinweise sind es, die zeigen, dass sich die Programmierer hier extrem viel Gedanken gemacht haben. Selbstverständlich macht es Sinn, die eingelegte CD beim wiederherstellen nach einer Minimierung zu prüfen. Und damit erübrigt sich ein "Aktualisieren" oder sonstiger Mist den man sonst überall findet. Logisch und einfach zu merken und ohne langes Rumsuchen in endlosen Menüs zu verwenden.Das Importieren
Ich habe unter "Datei :: Importieren" vergeblich nach einer Möglichkeit gesucht, eine CD zu importieren. Das Konzept der Software braucht das nicht. Was sich implizit ergibt wird explizit weggelassen. Das hält die Menüs schlank und erleichtert es, die Funktionen zu benutzen. Wenn man eine CD einlegt, dann erscheint ein "riesiger" (im Vergleich zur Menügröße) Import-Knopf. Vorher sollte man - und das ist ein winziger Kritikpunkt - erst einmal das Format einstellen und man sollte aus dem Internet die CD-Datenbank abfragen, damit die Titel richtig eingestellt werden (meine wenigen CDs waren alle schon in der Datenbank). Ich habe also 160 kBit pro Kanal (also 320 kBit) MP3 mit fester Bitrate (VBR mögen viele MP3-Player nicht und zeigen recht wilde Effekte) eingestellt, sonst hört sich selbst für meine krummen Ohren die Klassik vermurkst an. Der iPod kommt zwar sicher mit VBR einwandfrei klar, aber ich bin für Kompatibilität weshalb ich den "bisschen" zusätzlichen Platz nicht spare (der iPod hat für mich so und so genug Speicherplatz).Alles sinnvoll
Drückt man dann auf "Import" passiert wieder etwas, womit man nicht rechnet, was aber an sich vollkommen logisch ist: iTunes spielt die eingelesenen Daten sofort an, während sie noch eingelesen werden. Damit hat man gleich eine akustische Kontrolle und muss außerdem bei neuen Sachen nicht warten, bis man sie eingelesen hat, sondern kann sie gleich hören. Das ist etwas, was mich an vielen Programmen schon endlos genervt hat. Beispielsweise bei virtuellen Laufwerken. Ich gabbe eine CD immer zuerst auf Festplatte um dann von dem Image zu installieren. Der Grund ist, ich habe inzwischen über 200(!) Install-CDs rumliegen. Diese immer dabei zu haben ist schlicht unmöglich. Aber immer wieder verlangt irgendetwas irgendeine CD, und zwar zu den unmöglichsten Zeiten. Deshalb kommt die Installation immer vom Image. Punkt. Die CD dabei haben zu müssen ist vollständig inpraktikabel und macht die Software instant unbrauchbar die so etwas voraussetzen würde. Aber genau das nervt: Zuerst muss man das Image ziehen. Das ist Bullshit. Ich hätte lieber, ich lege die CD ein und der Rechner legt sofort ein Cache für die CD an, während sie installiert. D. h. die CD wird einfach als Image eingelesen, wobei die Sektoren, die sofort gebraucht werden, eben sofort gelesen werden. Soetwas wünsche ich mir mindestens seit 1990 (da habe ich das glaube ich mal für Minix auf meinem Atari-ST implementiert weil die Diskette sonst gar so langsam war, so genau weiß ich das aber nimmer). iTunes macht genau dieses Konzept vor. Und straft dabei nebenbei auch das TiVo Timeshift-Patent lügen. Das ist nämlich genau das, was Timeshifting tut. Das ist also gar nix neues, sondern eher ein uraltes Konzept, früher bei Großrechnern war das sogar so, dass diese die Daten über ihre IO-Prozessoren eingelesen haben, bevor die Daten in der Anwendung gebraucht wurden. Wobei die Anwendung frei umherhüpfen durfte, natürlich. Timeshifting gab es also schon in den 60er Jahren. Weil es derart trivial ist, dass wirklich ein jeder darauf kommt (z. B. ein dreijähriges Kind, dessen Eltern ausreichend Videorecorder besitzen). Die Frage, die sich mir immer nur stellt ist, warum hat es bisher keiner gemacht?Bugs
iTunes
Update auf iTunes 6
Mein iPod kam nur mit iTunes 4 obwohl iTunes 6 schon vorhanden ist. Ich musste also auf iTunes 6 updaten. Das geht leider nur mit eingeschaltetem JavaScript.
Merke: Updates gibt es bei Apple nur mit eingeschaltetem JavaScript. Wer das nicht will muss Lynx verwenden. Immerhin können Behinderte so auch an ein Update kommen, auch wenn der Weg dazu absolut nichtintuitiv ist.
Library-Pfad kann nicht eingestellt werden
Hinweis: Ich habe eigentlich weniger das Problem mit den Inhalten als mit iTunes selber. Was ich suche ist eine Möglichkeit, iTunes komplett portabel zu installieren, so dass es auf einem beliebigen Rechner "rennt", ohne installiert zu werden. Ich habe es bisher nicht hinbekommen, die Inhalte meiner externen Festplatte auf einem anderen iTunes benutzbar zu machen, außer ich importiere die Daten in die dortige Medienbibliothek.
Inzwischen scheint es eine Art Kopierfunktion zu geben, ich habe die damals jedenfalls nicht gefunden. Was ich hier schreibe ist also eher ein Blog wie es war als eine Beschreibung was nicht geht.
Ich erwarte, dass in "My Documents" niemand außer mir rumfummelt. iTunes tut das leider nicht. Das iTunes Library befindet sich immer unter "Eigene Dokumente\MyMusic\iTunes". Das ist schlecht! Ich habe auf C: extrem wenig Platz, erst Recht nicht für umfangreich anwachsende Medienbibliotheken (man kann nur die Musik an sich verlagern, nicht aber den Index).
Bei mir jedenfalls knallte die C-Partition nach ca. 1 GB eingespielter Musik an ihr Limit, und danach stand ich da mit dem Salat ohne eine ordentliche Lösung.
Merke: Den Pfad des "iTunes Musik-Ordners" (unter Bearbeiten :: Einstellungen :: Erweitert" muss man auf ein Laufwerk legen das mindestens 20 GB frei hat (so viel wie der iPod), sonst wird das nix.
Mein Laptop hat keine Partition mit ausreichender Größe auf der internen Platte, also muss es eine externe sein. Das habe ich eben nur zu spät bemerkt.
Man muss das Libarary am Anfang einstellen
Wehe dem, der vergisst, den Libary-Pfad zu spät einzustellen. Was ich im iTunes vorfand war nur noch mit Müll zu beschreiben. Leider verschiebt iTunes die erlernten Dateien nicht, aber man darf das anscheinend auch nicht mit Hand machen! Ich konnte mir nur noch behelfen, indem ich alles gekillt habe und nochmals komplett von Vorne begann. Dabei verschwand dann auch alles im iPod ohne dass mir das vorher klar war.
Merke: Niemals die Ordner importieren, die iTunes selber angelegt hat, damit kommt die Software nicht klar. Sie verhindert es aber auch nicht!
Insgesamt wird keine Information zerstört (auf dem Computer, der iPod sollte ja von iTunes verwaltet werden, in sofern ist es logisch dass da die Daten verschwinden wenn man die Datenbank neu macht), aber das Chaos wird so groß mit den mehrfachen Dateien, dass ich mir nur noch mit CygWin behelfen konnte. (Ich kann gut scripten, ein kleiner Dreizeiler der gleiche Dateien killt und die Sache war gut. Wer ein Windows-Tool dafür sucht wird mit EasyCleaner fündig. So etwas findet man am leichtesten via www.pricelessware.org)
iPod
Update auf iPod 2005-10-12
Ebenso kam mein iPod mit einer alten Firmware. Der Update des iPod ist mit einigen Hürden versehen, so braucht man nicht nur JavaScript, sondern muss sogar Namen und eMail hinterlassen wenn man den Update runterlädt. Man kann aber irgendeinen Schmarrn reintippen, um diese Abfrage zu überspringen (ich nahm illegal@germany.gov als eMail-Adresse).
Merke: In Deutschland dürfen derartige Angaben nicht erzwungen werden (Datenschutzgesetz, diese Daten zu erfassen ist nicht notwendig, also müssen die Angaben freiwillig sein), ergo darf man zur Selbsthilfe greifen und Mist eingeben, wenn es sonst nicht geht.
Der Update klappt auch mit Mist-Angaben problemlos.
Hat man diesen Bug überwunden bekommt man eine bewunderswert gute Lösung:
Der Update-Prozess hat mich ziemlich positiv überrascht: Sie haben es wieder derart simpel und logisch implementiert dass man sich wirklich fragt, warum andere Firmen diese Idee nicht schon vorher hatten. (Apple schreibt eine hervorragende Anwendungssoftware, nur zu Datenschutz und Internet haben sie anscheinend immer noch ein etwas gestörtes Verhältnis.) Man wird automatisch gefragt, ob man das Update auf den iPod installieren will. Das ist so genau richtig implementiert! Nach dem Hochladen des Update auf den iPod muss man den iPod vom USB-Kabel abklemmen und dann ans Netzteil anschließen. Dadurch wird automatisch das Flashen der Firmware gestartet. Das ist genial umgesetzt, aus mehreren Gründen:- Es ist ein menschlicher Eingriff am Gerät notwendig um die Firmware zu flashen. Ja, genau so muss das sein! Ohne Eingriff darf das nicht passieren. Und genau so wurde es umgesetzt. Das ist perfekt gelöst. Andere Firmen machen so etwas grundfalsch, da kann man einfach so bis zum Flashablauf auf die Hardware durchgreifen, so reicht dann ein kleiner Trojaner aus, um die Hardware zu schrotten. Beim Apple iPod dürfte das schwer möglich sein.
- Das Netzteil versorgt den iPod mit Strom, zusätzlich zur internen Batterie. So kann beim Flashen fast nichts mehr schiefgehen (das Hauptproblem ist meistens plötzlicher Stromverlust beim Flashen).