Die anhaltende schlechte Konjunktur

2007 ist ein Ausnahmejahr. Seit Jahren schieben die Firmen wieder Gewinne wie noch nie. Die Arbeitslosenquote purzelt ebenso wie noch nie und insgesamt geht es allen viel viel besser.

Denkt man. Denn die Unternehmen jammern. "Die anhaltend schlechte Konjunktur" (hüstel, selbst 200 Milliarden Euro Gewinnsteigerungszunahme pro Sekunde ist eben unter jeder Erwartung) "zwingt uns wegen des Kostendrucks zu drastischen Sparmaßnahmen". Effekt ist, dass die Firmen massiv ihre Angestellten unter Druck setzen, doch Reisekosten bei Geschäftsreisen einzusparen. Gäbe es etwas schlechteres als Touristenklasse, sie würden ihre Leute dazu anhalten, in der 100. Klasse zu reisen, weil's Geld spart. (Scheiß auf die dummen Angestellten, wen interessieren die?.)

Die so erfolgreichen Manager genehmigen sich anschließend zusätzliche Freitickets in der 0. Klasse (1. Klasse ist inzwischen nicht mehr gut genug für sie), damit sie in Zukunft auch die Reisekosten ihrer Privathure von der Steuer absetzen können (ist ja teuer genug die Ehefrau auf der 100m-Jacht mit Kaviar abzufüttern, und die Spritkosten der 150m-Sportboote der Kinder sind auch nicht zu verachten. Hauptsache die Bagage ist aus dem Sinn wenn man sich zur feucht-fröhlichen Diskussionsparty in die Karibik fliegt und mit den steuerlich absetzbaren Edelhuren vergnügt).

Nur mal notiert, weil es mir gerade über den Schreibtisch flatterte. Was ich hier schreibe ist nämlich beileibe leider kein Witz, sondern aus den Tatsachen geboren und ganz gering übertrieben.

Für alle die es nicht begriffen haben:

2007 muss eines der schlimmsten Jahre in aller Firmengeschichte sein. Jedenfalls wenn man den Jammerton hört, mit dem Sparmaßnahmen durchgedrückt werden. Insbesondere in boomenden Bereichen wie der Großindustrie, die dieses Jahre wiederholt ein Rekord-Export-Ergebnis hingelegt hat, trotz schlecht stehendem Euro.

-Tino