Meinung - Tinos Kolumne
Microsoft Produktaktivierung
2007-08-29 Vista ist schlimmer
Bei Vista kann sich der Rechner einfach mal so ausklinken, und dann hat man keine Chance mehr, ihn zu reaktivieren bis Microsoft das Problem gefixt hat. Das tut er übrigens auch dann, wenn er Microsoft längere Zeit nicht erreichen kann - dann muss man online gehen damit Vista sich wieder voll aktiviert: www.heise.de/security/news/meldung/95030 Ein Schelm der sich dabei böses denkt, denn immer wenn Windows online geht kann es sich einen Virus einfangen. Da Vista sich ggf. teilabschaltet wenn es nicht online geht bedeutet das, Microsoft hat dafür gesorgt, dass Vista-Rechner grob fahrlässig (da erzwungen) in Gefahr gebracht werden.
IANAL, aber IMHO ist das ein Produktmangel der bei Übergabe vorlag. Das ist klassische Gewährleistung, und wenn ich mich da nicht irre verjährt die nicht, man muss sie eben nur nachweisen können! Wer also einen Vista-Rechner hat der kann auch noch nach 100 Jahren zum Verkäufer (sofern es diesen noch gibt) gehen und Beseitigung des Mangels verlangen wenn er diesen nachweisen kann. Sofern Microsoft die Aktivierung verweigert ist ein solcher Nachweis erbracht.
Wenn der Verkäufer den Mangel nicht beseitigen kann wegen Unmöglichkeit (z. B. weil Microsoft es verweigert), dann hat der Verkäufer ein Problem. Denn das ist keine höhere Gewalt - der Verkäufer ist Vollkaufmann und ist das Risiko sehenden Auges eingegangen. Wenn er seine Augen zugedrückt hat um es nicht zu sehen ist das keine Entschuldigung ein Produkt mit Sachmangel zu verkaufen.
2006-06-08 Vorausschickend
Der Text muss überarbeitet werden, habe dafür aber gerade keine Zeit. Bitte die entsprechenden mit Datum versehenen Hinweise beachten. Ich bin inzwischen schon wieder eine Stufe weiter und mache mich über die Produktaktivierung lustig. Sofern ich dazu komme das tatsächlich mal umzusetzen steht es natürlich hier auf diesen Seiten.2006-04-11 der Text
Meineserachtens verstößt die Microsoft Produktaktivierung gegen zwei Dinge:- Europäisches Datenschutzgesetz (sie fragen personenbezogene Daten ab ohne darauf hinzuweisen, dass die Angabe freiwillig ist). Hinweis: 2006-05-29 Dieser Punkt ist ausgeräumt. Microsoft's Produktaktivierung ist Datenschutzkonform soweit ich das überblicken kann.
- Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb bzw. europäische Monopolrichtlinien (Microsoft nutzt schamlos seine Marktführerschaft aus um sich gegenüber anderen Firmen einen deutlichen Vorteil zu verschaffen)
Eine größere Katastrophe
Ich verwende die Microsoft Produktaktivierung das erste Mal. Oder genauer: Die Telefonische welche. Mein Fazit vorneweg: Abtörnender als Microsoft kann man das ja wohl nicht machen. Von wegen "wenige Minuten". Man sollte schon mal 30 Minuten oder so einplanen. Sollte ich also alle meine Rechner mit XP-Home mal neuinstallieren (was ziemlich automatisch läuft), dann muss ich ungefähr 1 Tag Arbeitszeit einplanen nur um das mit der Produktaktivierung hinzubekommen. Leute, das wäre ziemlich teuer!Was war passiert:
Ich habe mich entschlossen, den OEM-Rechner von der OEM-CD wieder zu installieren. Oder genauer: Von einer OEM-CD. Ich habe nämlich keine Ahnung mehr, welche OEM-CD zu welchem Rechner gehört usw. Der Rechner hat keine Internetverbindung, jedenfalls auf keinen Fall so lange er nicht gepatcht ist. Also scheidet Internet-Aktivierung aus. Ergo versuche ich die telefonische Aktivierung.Erster Versuch
In meiner Naivität installiere ich die Kiste also von der OEM-Version und mache was auf dem Bildschirm steht. Immerhin bietet Microsoft neben der 0800er eine normale Festnetznummer. Merke: Nicht jeder Telco bietet den 0800er-Service und manche bieten kostenloses Routing bzw. freie Zeitkontingente ins Festnetz an. In meinem Fall wähle ich die Festnetznummer, da diese für mich kostenlos ist. Vorher stelle ich das Handy natürlich so um, dass es die ID nicht anzeigt. Was bei der "modernen" Firmware "moderner" Handy ein größerer Akt ist. Dabei geht bei mir mit 6 Klicks schnell und ist einfach zu finden ((Menü : Einstellungen : ID anzeigen : Nein : Bestätigen) - ist schließlich ein Linuxhandy - aber trotzdem ist es ätzend dass das nicht einfacher geht: Handy sollten Profile haben mit denen man telefonieren kann und die dann klar und deutlich auch auf dem Bildschirm stehen. Leider kenne ich keines, das das so tut. Aber was soll's, die Handyhersteller liefern sich derzeit ein Wettrennen um die unbrauchbarste Handyfirmware, das liegt inzwischen voll im Trend und ist eine ganz andere Geschichte. Nur soviel noch: Einige versuchen es mit Instabilität (vor allem Siemens) und andere mit verstecken der Telefoniefunktion (Motorola). Nokia, Alcatel usw. kenne ich derzeit nicht gut genug um darüber urteilen zu können, aber ich denke, dort ist es nicht anders. (Ich favorisieren Siemens, da diese bisher immer das robusteste Outdoor-Handy anbieten, allerdings wurde inzwischen die Firmware so schlecht dass man damit nicht mehr telefonieren kann - die Firmware stürzt beim Annehmen von Telefonaten oft ab oder verliert die Alarmfunktion, was ein KO-Kriterium ist und dies wird wohl mein letztes Siemens-Handy sein wenn sich das nicht bessert. Auf Motorola zurückgekommen bin ich wegen Linux, dieses Handy ist nicht recht robust sondern vor allem die Firmware läuft problemlos, nur bin ich mit der Sprachqualität nicht besonders glücklich, aber die Benutzerführung ist ein ziemlich schlechter Witz - jedoch kann ich das hoffendlich bald ändern.) Dann gebe ich diese endlose Zahlenreihe ein. Und was kommt: Klar, die Nummer wird nicht akzeptiert. Also werde ich zum Service durchgestellt. Die sagen mir, dass ich die Funktion "Registrier-Key ändern" verwenden muss.Zweiter Versuch
Ich suche also am Gehäuse den Sticker mit dem Produkt-Key. Gar nicht so einfach, der Rechner ist ziemlich quer im Regal eingebaut und ich komme mit meinen Augen nicht an den Sticker. Umbauen will ich auch nicht, also muss die Kamera ran. Mit Makro-Modus und einer Taschenlampe kriege ich dann endlich den Sticker abfotografiert, radebreche diesen endlosen Bandwurm in das Eingabeformular und er wird natürlich nicht akzeptiert. Klar, ich habe natürlich ein paar Buchstaben verdreht, nach der Kontrolle also endlich klappt das mit dem Key. Dann also nochmals anrufen, und diesen Zahlenbandwurm durchpiepsen. Aber siehe da, natürlich, wird der ebenfalls nicht akzeptiert. Ich werde zum Service weitergeleitet. Oder soll jedenfalls. Nach einer Runde in der Warteschleife ernte ich ein Besetztzeichen. Wow. Hervorragender Service, Microsoft!Dritter Versuch
Ich rufe also nochmals an, der Bandwurm wird immer noch nicht akzeptiert, aber diesmal komme ich zum Service durch. Ich gebe die Zahlen durch und der Service fragt mich tatsächlich zweimal personenbezogene Daten ab! Da ich die Aktivierung brauche, beantworte ich die Frage, denn Ausweichen geht anscheinend nicht. Ich frage mich, was passiert, wenn man diese Frage nicht beantwortet. Das nächste Mal werde ich die Frage aber nicht mehr beantworten. Schließlich bekomme ich einen Antwortszahlenbandwurm. Ich frage nach, warum das so kompliziert ist. Schließlich hat das nun endlos gedauert. Der Grund ist, es handelt sich um ein OEM Windows XP, dieses erlaubt keine Online-Registrierung. Deshalb muss man also anscheinend immer diese telefonische Ehrenrunde drehen. Gut zu wissen. Mit gekauften XP-Versionen habe ich das bisher nicht erlebt, da funktionierte die Online-Registrierung immer vollkommen reibungsfrei. Deshalb muss ich mich schon wundern:Ist das eine Maßnahme, um fairen Wettbewerb zu verhindern?
Schließlich, wenn ich einen Computer kaufe mit XP installiert, werde ich als Kunde anschließend ziemlich heftig gegängelt. Wenn ich aber dafür etwas direkt von Microsoft kaufe, dann werde ich als Kunde nicht gegängelt. Dies ist schon eine ziemliche Ungleichbehandlung. Ich muss schon sagen, das ist eigentlich schon hart über der Grenze dessen, was ich als fair bezeichnen würde. Sprich, meineserachtens verstößt solch eine Praxis gegen die europäischen Vereinbarungen gegen das Ausnutzen von Monopolstellungen. Microsoft nutzt hier durch Bevorzugung eigener Kunden und Gängelung von zahlenden Kunden anderer Firmen ungerechtfertigt seine Monopolstellung aus.Zu den personenbezogenen Fragen
"Mit wem haben Sie geschlafen?" ist ja wohl eine personenbezogene Frage, oder nicht? So etwas zu fragen geht eindeutig zu weit. Nicht minder personenbezogene Fragen sind: "Warum haben Sie Windows XP installiert?" und "Auf wievielen Computern haben Sie diese Version installiert?" Hinweis 2006-05-29: Die letztere Frage ist nicht personenbezogen. In meiner ersten Empörung habe ich übersehen, dass es hier nur eine einzige mögliche Antwort gibt, d. h. die Antwort nicht von der Person abweicht die die Antwort gibt. (Gäbe es verschiedene Antworten wie z. B. bei Office, das man z. T. auf mehreren Geräten installieren darf, dann wäre die Antwort personenbezogen.) Beides sind Fragen, die Microsoft bei der Produktaktivierung stellt (wobei die erste eindeutig personenbzogen ist). Ich finde es eine Ungeheuerlichkeit dass Microsoft diese Fragen überhaupt stellt. Ich habe versucht, ausweichend zu antworten, aber die Callcentermitarbeiter sind so geschult, dass sie das nicht akzeptieren. Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft wie folgt vorzugehen:- Bevor der Callcentermitarbeiter seine Fragen stellt, stelle ich folgende: "Fragen Sie mich irgendetwas Personenbezogenes?" Wenn darauf ein "Ja" kommt dürfte das Microsoft in ziemliche Erklärungsnöte bringen. Wenn sie mit "Nein" antworten, dann kann man ja weitermachen.
- Kommen dann diese beiden Fragen werde ich antworten mit "Ich verstehe die Frage nicht!" Im weiteren Dialog werde ich dann darauf hinweisen, dass eingangs ja gesagt wurde, dass sie nichts personenbezogenes fragen, und dies jetzt tun. Auf eine Erklärung von Microsoft wäre ich dann gespannt. Außerdem werde ich mich strikt weigern, diese Informationen zu geben.
- Sollte Microsoft dann die Produktaktivierung verweigern wäre der Skandal perfekt. In diesem Fall würde ich diesen Fall nochmals eine Privatperson durchspielen lassen und damit vor die Presse gehen.
- Außerdem kommt dann UWG in Betracht. Ich als Firma, die sich an den europäischen Datenschutz halte, erwarte, dass eine Firma wie Microsoft sich auch daran hält, und nicht evtl. meine Kunden plötzlich nach personenbezogenen Daten fragt. Deshalb kommt eine strafbewehrte Unterlassungserklärung in Betracht, ich werde also einen Anwalt aufsuchen und dies entsprechend formulieren lassen.
Das Ergebnis wird hier erscheinen
Ich werde meine weiteren Erfahrungen hier berichten, insbesondere wie man es schafft, die Produktaktivierung durchzuführen, ohne personenbezogene Daten preiszugeben. Es kann aber sein, dass das erst im nächsten Jahrzehnt passiert, schließlich aktiviere ich eher selten.Update 2006-05-29: Zweiter Vorfall
Der Rechner fährt nicht runter. Vorher hat er irgendeine Hardware neu erkannt, dann kam ein USB-Bandbreitenproblem.
Apropos USB Bandbreitenproblem
Microsoft zeigt einen vollkommen lächerlichen Dialog an, der einen auffordert, das USB-Gerät an einen anderen USB-Anschluss zu verschieben. Das stellt schwerwiegende Fragen auf:
Beim Wiederhochfahren hängt der Rechner in einer Schleife bis zum nächsten Stromausfall: "Diese Windows-Kopie muss bei Microsoft aktiveiert werden, bevor Sie sich anmelden können. Möchten Sie die Aktivierung jetzt durchführen?". Wenn man auf "Nein" klickt dann erscheint "Abmeldung" und danach stellt der Rechner dieselbe Frage wieder, und wieder, und wieder, endlos. Wie fährt man den Rechner jetzt eigentlich runter wenn man derzeit nicht aktivieren will? Selbst drücken des Ausschalters wirkt in diesem Moment nämlich nicht.
Offensichtlich hat Microsoft die Produktaktivierung nie richtig getestet und gängelt den Kunden dadurch, dass sie ein hoffnungslos fehlerhaftes Verfahren auf ihn loslassen.
Vermutlich hat das Problem damit zu tun, dass man - übrigens eine Standardfunktion die Windows auch unerfahrenen Leuten anbietet - sich automatisch beim Start des Rechners einloggen kann. Selbstverständlich nutze ich dieses Feature, es handelt sich um XP-Home so wie es aus der Verpackung kam, und da XP-Home keinerlei Sicherheitsfeatures (aus meiner Sicht jedenfalls).
Das nächste ist, warum merkt sich Windows eigentlich den Produkt-Key nicht den man eingibt? Es kommt immer der von der Installation. Man tippt und tippt und tippt und klickt einmal falsch und muss wieder ganz von vorne anfangen. Wäre da nicht irgendwie angebracht ein derart nerviges Feature wie die Produktaktivierung wenigstens mit einem klitzekleinen Maß an Benutzerfreundlichkeit auszustatten anstatt den Benutzer dauernd wie eine Gebetsmühle durch den Irrgarten der vielen Optionen zu schicken und bei jedem Einzelweg den "Neuen Produkt Key" erneut abzufragen? Ich gebe den Key derzeit zum 3. Mal ein, und das wird vermutlich nicht die letzte Variante sein, da ich den Rechner an sich einstellen, runterfahren und dann in ein paar Stunden wenn ich Zeit habe telefonisch aktivieren will (Internet geht nicht, es ist ein OEM-Gerät und das hat M$ ja inzwischen unmöglich gemacht).
- Warum ist das Anzeigefeld so klein und der Dialog nicht zoombar. Wenn Microsoft die Größe des Fensters nur halbiert hätte wäre der Dialog vollkommnen unbrauchbar. Die Frage ist also, warum macht Microsoft nur halbe sachen?
- Hieroglyphen, Daroglyphen, ja wo sind sie denn die Hieroglyphen? Die Frage stellt sich, was stellt dieser Dialog eigentlich dar? Es werden USB-Anschlüsse dargestellt. Wunderbar. Und jeder verfügt über eine Kennung, die an Hieroglyphen erinnert. Auch gut. Nur welcher Anschluss ist welcher? Wäre nicht praktisch, wenn da stünde, welcher Anschluss zumindest belegt ist wenn schon nicht angegeben werden kann, wo sich der Anschluss befindet (z. B. indem man einen Kommentar zum Anschluss eingeben kann, in eben jenem Dialog)?
- Und dann stellt sich die Frage was diese Bandbreitenangeben die man da sieht bedeuten und was diese mit dem Problem überhaupt zu tun haben das da gemeldet wird. Denn anhand der Angaben sieht man doch deutlich, dass das USB-Gerät über genug Bandbreite verfügt.
Es geht auch ohne personenbezogene Daten
Mal davon abgesehen, dass die Aktivierung eine einzige Katastrophe ist und man so unendlich viel eingeben muss, hat es diesmal besser geklappt als das letzte Mal. Ich musste nur den ersten Ziffernblock wiederholen. Danach kamen die Fragen vom Mitarbeiter: Ich habe diesmal bei jeder Frage folgende Gegenfrage gestellt:
"Muss ich auf diese Frage antworten"
Dabei habe ich erfahren, dass man bis auf eine Frage keine der sonstigen Fragen beantworten muss. Microsoft besteht aber auf die Beantwortung der Frage, auf wievielen Rechnern diese Kennung installiert ist.
Da die Antwort auf diese Frage immer logischerweise "ein Rechner" lauten muss, ist das, im Unterschied zu den anderen Fragen, kein personenbezogenes Datum! Das ist eine Frage wie z. B. die Frage wieviel Uhr war es um "9:30 Uhr bei Ihnen". Da die Antwort egal wo auf dem Planeten "9:30 Uhr" lauten muss, ist das kein personenbezogenes Datum und man kann die Frage also auch immer beantworten.
In sofern stimmt meine obige Befürchtung hinsichtlich der Produktaktivierung nicht.
Bestehen bleiben aber die zwei Kritikpunkte:
- Es werden OEM-Kunden benachteiligt da sie nicht über's Internet aktivieren können.
- Die Aktivierung ist eine einzige Frechheit.