Google Chrome Unmöglicherkeiten

Google Chrome ist ein guter Browser. Aber leider vollkommen unbrauchbar. Warum? Weil er keinerlei brauchbares Cookie-Management mitbringt. Warum? Ich weiß nicht, ist aber so.

Cookies sind die Seuche der modernen Zeit. Deshalb ist ein Hauptkriterium für einen brauchbaren Browser, ob er es dem Nutzer einfach macht, diese Seuche einzudämmen.

Leider schlampt Google in dieser Disziplin, sie sind sogar weit entfernt von dem, was Microsoft IMHO schon in IE4(!) bot.

Was ist los?

Moderne Webseiten funktionieren oft nicht mehr ohne Cookies. Es ist gar nicht selten, dass eine Seite mehr als 10(!) Cookies setzt obwohl 1 einziges ausreichen würde. Besonders schlimm ist es, wenn man einen ISP (wie T-Online) hat, der ohne die kompliziertesten Cookie-Settings nicht mehr funktioniert.

Es gibt einen einfachen und bewährten Weg, wie man durch ein Cookie-Tohuwabohu wie bei T-Online durchkommt:

Man stellt die Cookies auf "Fragen", und dann ruft man die Seite auf. Die 5 wichtigen Cookies erlaubt man, die anderen 40 Müll-Cookies von Trackern, Flashseiten (die bei mir nicht funktionieren mangels Flash), Community-Buttons usw. etc. pp. blockiert man.

Einfach und bequem. Leider aber eben nicht mit Chrome. Man kann da die Cookies nicht managen!

Um sich bei T-Online einzuloggen muss man in Chrome:
  • Alle Cookies erlauben
  • Alle third-Party-Cookies erlauben
    Und schwupps hat man hunderte(!) absolut unerwünschte (und nach meiner Lesart des deutschen Datenschutzgesetzes sogar striktesstens verbotenen) Cookies auf dem Browser.
So, viel Spaß, findet die mal, zwischen all den Cookies der 1500 Domains, die man so (erwünschterweise!) im Browser managen möchte. Das ist eine Aktion von mehreren Tagen arbeit. Nö, da nehme ich lieber einen vernünftigen Browser vom Mitbwerb, der es erlaubt, die Cookies zu managen wie es sich gehört.

Äh, wie, 1500 Domains? Naja, über die letzten ca. 20 Jährchen sammelt sich halt langsam was an!

Ich bin seit über 25 Jahren im Internet unterwegs, mein erster Webserver (um 1993) war ein aufgebohrter Gopher-Server. Ich weiß, kennt kein Schwein heutzutage mehr, so wie auch das gute alte Config meiner Firewall, das älter ist als mein 13-jähriger Sohn. Richtig, es kann kein RTSP oder all den neumodischen total überflüssigen Kram, und genau so ist das auch gut so, denn diesen Mist will ich gar nicht haben. So wie die inflationären Seuchen-Cookies.

Fazit

Chrome ist nicht geeignet für das moderne Web. Weil ihm die Möglichkeit eines vernünftigen Cookie-Managements fehlt.

Und noch etwas

Ich habe nach einer Extension gesucht, die mir das Cookie-Management nachrüstet. Dabei bin ich über einen noch gravierenderen Bug von Chrome gestolpert:

Wenn man eine Extension bewertet, wird die Bewertung entfernt wenn man die Extension entfernt.

WTF?

Richtig gelesen. Wenn man feststellt, dass das Ding unbrauchbar ist, und es deshalb entfernt, löscht sich gleich auch diese Bewertung mit. Das ist doch wirklich praktisch, oder nicht?

Für mich bedeutet das, dass die Bewertungsfunktion im Extension-Manager für den Arsch ist. Es ist so vollkommen unmöglich, die wenigen funktionierenden Extensions zwischen den gefühlt Milliarden vollkommen unbrauchbaren herauszufischen.

Nein, ich habe nicht zwei Menschenleben Zeit um all die Cookie-Manager durchzuprobieren um genau dieselbe Erfahrung wie Hunderttausende andere zu machen dass sie nicht funktionieren, und sie dann wieder zu deinstallieren. Ich will den Mist bewertet haben, und jeder der sie deinstalliert sollte AUTOMATISCH die Extension herunterraten, so dass man nicht nur die Installationszahlen sieht, sondern auch die Desinstallationszahlen.

Es gibt nämlich einfach zu viele Idioten da draußen (sorry, leider habe ich Recht), die einfach alles installieren, total unreflektiert. Ich zähle mich übrigens zu denselben Idioten, kommt gar nicht selten vor dass ich etwas installiere und dann einfach liegen lasse, die nächsten 10 Jahre oder 100.

Das ist menschlich, das ist normal. Deshalb zählen nicht die Installationszahlen, sondern die Desinstallationszahlen! Eine Desinstallation hat einen wesentlich stichhaltigeren Hintergrund als eine Installation!

-Tino, 2012-01-30

Update 2013-03-26: WTF? Chrome braucht mehr als 1 GB?

Ich habe gerade festgestellt, dass das Öffnen von Google Chome auf meinem mit 2 GB ausgestatteten XP über 1 GB RAM braucht. Ja, klar, nicht so viel gleichzeitig öffnen! Nee, habe ich nicht. Es sind 7 leere Seiten. Sic. 7 Seiten mit weniger als 3 Zeilen Text, keinen Grafiken, sozusagen 7 Mal nichts geöffnet.

Und er verschwendet dafür 1 GB? WTF? Google, also jetzt habt ihr den Vogel abgeschossen.

Der Firefox verwendet schon unerträglich viel RAM. 200 MB nach dem Starten für 8 leere Seiten. Das bereits ist unverschämt viel. Im Gegenzug dazu verbraucht Google den gesamten freien Speicher meines Rechners bereits .. für noch weniger!

Leute, nee, wirklich. Irgendwo ist Ende.

-Tino