Meinung - Tinos Kolumne - Unmöglicherkeiten
2006-06-29 Handyparking
Wieder mal ein Text der zu lang war für's Heise-Forum. Ich liste hier eine weitere Ungeheuerlichkeit auf, die es eigentlich nicht geben sollte. Sie hört auf das Buzzword "Handyparking" und ist ein Service der in Skandinavien gerne von Handy-Nutzern genutzt wird. Hierzulande sind einige Firmen angetreten, diesen Service für deutsche Verbraucher anzubieten. Dabei wurden diese Services anscheined von vollkommen kranken Gehirnen designet. Es handelt sich um reinen technischen Featurismus die jegliche grundlegenden Gedanken an den Menschen der den Service eigentlich nutzen soll vollkommen aus den Augen verloren haben. Ein weiteres Intermezzo aus dem Horrorszenario aus dem Gruselkabinett des neuen Jahrtausends, in der sich die Verbraucher, kritiklos wie sie sind, wirklich jeden Mist bieten lassen, einfach nur deshalb, weil es hipp ist. Die Services versuchen uns zwar einzureden, sie wären bequem und günstig, aber beides sind sie nicht wenn man es nur unvoreingenommen betrachtet. Bequemlichkeit darf nicht zur Aufgabe fundamentalster Grundlagen führen. Die Services mögen technisch einwandfrei funktionieren und tatsächlich etwas Bequemlichkeit bieten, aber auf längere Sicht betrachtet sind sie nicht nur der falsche Ansatz, sie führen auch dazu, dass in Zukunft der öffentliche Service "Parkplätze" durch Servicefirmen monopolisiert werden. Schuld daran sind wie immer unsere Politiker, da sie weiterhin den notwendigen Weitblick missen lassen, dass man solch einen Schrott unseren Bürgern in einer Art Monopolform nicht aufbürden darf. Parkgebühren durch Firmen einziehen lassen ist in Ordnung, aber diese Firmen dürfen niemals Monopolschutz genießen. D. h. wenn eine Firma es nicht ohne Exklusivvertrag auf einen Parkplatz macht, dann darf man mit ihr keinen Vertrag schließen. Aber was fasle ich da, hier der eigentliche Text:Beispiel Parkhaus:
Du fährst ins Parkhaus. Du bezahlst. Du fährst raus. Funktioniert. Vergisst Du das Bezahlen bleibt die Schranke zu. System funktioniert, ergo brauchbar konstruiert.Beispiel Parkticket:
Du gehst zum Automaten. Du drückst wie lange Du parken möchtest. Du zahlst und packst das Ticket ins Auto. Du fährst weg und gut ist. Parkst Du zu lange bekommst Du einen Strafzettel. System funktioniert, ergo brauchbar konstruiert.Beispiel Handyparken:
Du rufst Nummer an. Nummer wird registriert, Zeit beginnt zu laufen. Du parkst. Du rufst die Nummer nochmals an. Zeit wird abgerechnet. Du fährst weiter. Funktioniert so weit. Aber vergisst Du den zweiten Anruf oder kannst ihn nicht machen (Handynetz weg, Akku leer, Handy verloren, Service tot oder überlastet) dann funktioniert das System nicht. Auf jeden Fall hast Du dann Scherereien. Auch gibt es kein Mapping zwischen Telefonnummer und Autonummer. Gibt es doch? Nein, gibt es nicht. Ich bin häufig mit anderen Autos unterwegs. Weil's Auto in Reparatur ist. Weil ich vielleicht mit der Bahn unterwegs war und einen Mietwagen habe. Weil ich beim Car-Pool mitmache. Weil ich gerade mit Mutterns Auto fahre. Weil .. add 1 million other cases here. Alle Verfahren oben funktionieren auch in diesem Fall zuverlässig und ohne jedwede Einschränkung oder Änderung weiter. Bei Handyparken aber geht es nicht - das Auto wird dem Handy nicht zugeordnet, das Ticket gilt also nicht. Fazit: System funktioniert nicht, Service unbrauchbar konstruiert.Warum?
So lange die Autos das nicht vollautomatisch über einen Location-Based-Service (LBS) durchführen ist solch ein System vollkommen unbrauchbar. Besonders wie es Leute schildern dass man da eine Telefonnummer anrufen muss die auf den Schildern steht zeigt, dass die Hersteller des Systems überhaupt nicht nachgedacht haben wie man solch einen Service in einer brauchbaren Weise implementiert. Es ist purer technischer Aktionismus von der allerschlimmsten Sorte, ein Beispiel aus dem Gruselkabinett der unmenschlichen Technik, ein Paradebeispiel wie man es nicht machen sollte! Aber die technikverliebte Handyspezies lässt sich ja jeden Schrott bieten. Es ist praktisch? Finde ich nicht. Wenn ich mich in jeder Stadt mit einem anderen Parksystem auseinandersetzen muss und im Zuge dessen dass ja jeder das Handy nutzt auch noch weiter zum Parkautomaten laufen muss bzw. diese Kisten dann schlechter gewartet werden und somit häufiger kaputt sind, dann kann ich nur sagen: Solche Technik ist destruktiv. Es ist außerdem behindertenfeindlich, da Behinderte (die nicht gerade Schwerbehindert sind) evtl. die dann sehr selten werdenden Automaten erst nach minutenlangem Krückenmarsch erreichen können. Es muss also ein Gesetz her, dass ein funktionierender(!) Automat nach maximal 100m Fußmarsch erreichbar sein muss. Läuft man weiter um einen Automaten zu finden (also 30m zum ersten Automaten, der ist defekt, der andere ist 60m weg, aber zum Auto sind es von dort 30m, also ist der Weg zu weit) muss es heißen, dass man frei parken darf. Solcher Gesetze für den Verbraucher aber bedarf es nicht, wenn man solch einen Schrott wie HandyParken gar nicht erst derart unbrauchbar einführt.Alternativen
Etwas anderes wäre ein optionales Handy-Bezahlsystem das optional mit einem an das Handy angeschlossenen ePaper-Ticket (siehe Parkscheibe unten) den Gang zum Automaten erspart. Über einen LBS, der erkennt, dass und wo man gerade geparkt hat. Ein System das vom Auto unabhängig funktioniert und tatsächlich mehr Bequemlichkeit bietet. Hier haben wir endlich den Anwendungsfall für LBS, und was passiert? LBS wird vollkommen ignoriert. Bravo! Applaus! Das war also mal wieder vollkommen am Menschen vorbei weil die Telcos weiterhin im Dornrößchenschlaf verharren!Variante 1: Heute noch kompliziert
Ein System, das man gerade noch so als praktikabel (hart an der Grenze zur Unbrauchbarkeit!) anerkennen kann wäre wie folgt implementiert: Man fährt mit dem Auto in die Parklücke. Es erscheint auf dem Handy ein Screen:
"Geparkt? Region C, 1 EUR pro Stunde. Ticket?"
Man guckt aus dem Fenster, sieht das C am Regionsschild und erkennt, dass die Angabe korrekt ist. Man klickt auf Ja.
Es erscheint
"Kennzeichen ABC123 korrekt?"
Nein, ist es nicht. Man gibt das richtige Fahrzeugkennzeichen ein. Hätte das Auto Bluetooth hätte das Handy das Kennzeichen automatisch vom Auto angefragt. Das Auto ist aber zu alt dafür. Also Autokennzeichen eingeben.
Es erscheint
"Mindestparkzeit 1h. Länger?"
1h sollte reichen, also Nein. Man bekommt eine SMS mit dem Ticket-Code.
Man steigt aus. Nach 1h Shopping vibriert das Handy.
"Parkzeit abgelaufen. Verlängern?"
Man klickt auf Ja, und hat eine weitere Stunde.
Reagiert man nicht dann wird die Parkzeit nicht verlängert. Es entstehen also keine Gebühren. Wenn man also trotzdem weiterparkt, z. B. weil im Kino das Handy aus ist, dann ist man eben selber schuld und kriegt den Strafzettel. Man hätte mit der Ticket-Nummer über das Internet oder vom Handy aus die Parkzeit rechtzeitig auf 3h hochschrauben können so dass das Ticket weiter gilt während das Handy aus ist.
Vorteil des Systems: Es berechnet die Rabatte automatisch ein, d. h. 2h kosten nur 1,75 EUR und 4h kosten nur 3 EUR insgesamt. Man muss sich auch um nichts kümmern, es ist vollkompatibel zu den vorhandenen Systemen. Wer es nicht nutzen will parkt eben identisch wie vorher. Und man kann auch früher aufhören zu parken, wenn man will und das Handy das unterstützt. Auf diese Weise spart man weiter.
Funktioniert das mal nicht steht man zumindest nicht schlechter da als mit dem herkömmlichen System!
Selbst dann kostet das System nicht mehr sondern eher weniger. Grund: Automaten sind teuer, müssen gewartet werden, und verbrauchen vor allem Verbrauchsmaterial. Die Grundwartung also ist im Parkpreis inbegriffen, aber die variablen Kosten nicht! Die variablen Kosten spart der Parkbetreiber so und kann damit die Transaktionskosten aufwiegen, man hat weniger Leute die die Automaten kaputttreten weil er die Münzen geschluckt hat, und mehr Parker da es hier so einfach geht.
Es wird aber auch für den Parkenden billiger, denn man nutzt automatisch das Rabattsystem, das am Automaten nicht in dieser Form existiert wenn man vorher nicht genau weiß, wie lange man parkt.
Alle sind also anschließend glücklich. Keiner braucht irgendwelche Telefonnummern, man braucht nicht aussteigen und braucht keine Taschenlampe um die Telefonnummer zu finden, stattdessen nur ein großer selbstleuchtender Buchstabe für die Parkzone den man auch nachts bei Regen vom Auto aus gut sehen kann wenn man auf jemanden nur warten möchte. Und es funktioniert weiterhin wenn der Handy-Akku schlappmacht - denn ich muss heute ebenfalls dafür sorgen, dass ich nicht die Parkzeit überschreite!
So muss solch ein Service aussehen damit man sagen kann, er taugt überhaupt dazu, dass man anfängt ihn zu verwenden. Das ist bereits die Minimalanforderung, d. h. der gerade geschilderte Dienst ist eigentlich schon viel zu kompliziert und darf nicht einen Mikrometer komplizierter sein.
Variante 2: Morgen dann richtig
So sieht es nämlich richtig aus wenn man in Zukunft die korrekte Implementierung hat: Auto wird geparkt, der Motor abgestellt. Der Bordcomputer sagt laut und deutlich: "Parkgebühr 1 Euro pro Stunde.". Man verlässt das Auto und sperrt es ab, damit beginnt die Parkgebühr zu laufen. Kommt man zurück und sperrt es auf hört das Parken automatisch auf zu laufen. Das Auto überprüft dabei ständig die Netzverfügbarkeit. Fällt der Serviceprovider auch nur eine Microsekunde aus (YKWIM) dann wird das vom Auto(!) von der Parkzeit abgezogen! Fährt man in so einer Zeit weg protokolliert das das Auto. Die Aufzeichnung vom Auto muss dabei vom Serviceprovider schlüssig und fehlerfrei wiederlegt werden, kann er das nicht (z. B. weil er keine Feldmessung vor Ort vorgenommen hat) dann gilt das Protokoll vom Auto (sprich: Die volle Beweislast liegt beim Park-Provider, nicht beim Parkenden!). Mit Keyless Go System bedeutet das, dass alles vollkommen ohne Zutun funktioniert. Ach ja, es gibt Leute, die das für sich missbrauchen? Ojeh, wie schlimm, die Welt geht unter! Ab morgen hängen wir alle Falschparker, euthanasieren ihre Angehörigen verbieten ihre Gensequenz! Oder was? Natürlich gibt es immer Missbrauch! Der Verbraucher darf aber nicht der sein, auf dessen Rücken das ausgetragen wird, indem man ihn gängelt. Weit über 90% werden sich wohlverhalten. Um den Rest kümmert man sich dann nach und nach, ohne diese 90% auch nur irgendwie zu behelligen. Und genau so sieht ein gut konstruierter Service aus den ich nutzen würde. Nochmals: Ich nutze das erst, wenn mein Handy bzw. mein Auto das für mich macht, anderenfalls bleibe ich bei dem was ich begreifen kann, da es für mich dann am einfachsten ist und ich verstehe, wie es funktioniert, dass es funktioniert und warum es funktioniert. Und ich bin Early Adaptor und technophil, d. h. jemand, der jeden Scheiß nutzt sobald er auch nur irgendwie sinnvoll ist.Anonym
Wenn es ein Mietwagen ist, bezahlt man die Parkgebühren bei Rückgabe. Vollkommen anonym. Der Park-Provider kann also keinerlei Bewegungsdaten erfassen, insbesondere nicht, wer da geparkt hat, da er ja nur einen Mietwagen sieht. Wer Anonymität haben will kann noch einen Schritt weitergehen: Statt Kennzeichen legt er eine Parkscheibe mit einem Strichcode ins Fenster. Bezahlt wird auf diese Strichcode-ID. Es gibt dann Parkscheiben, die diese ID per Bluetooth empfangen (e-Paper, funktioniert stromlos). Das anonyme Bezahlen wird durch einen Pay-Prozessor erreicht, der sowohl vom Park-Provider als auch dem Telco vom Handy unabhängig ist und den man frei wählen kann (es kann z. B. die e-Wallet von zuhause sein, die anonymes Payment via Internet erlaubt). Auf diese Weise kann einer mit einem Handy auch für 8 Autos zahlen. Vollkommen problemlos. So einfach kann das sein (einfach im Sinne von menschenwürdig, und nicht im Sinne von technisch simpel, obwohl es das eigentlich auch ist). Denn für den Menschen ändert sich eigentlich nichts, nur fällt der Automat weg und wird durch's Handy oder den Bordcomputer ersetzt. Und genau das muss für den Parkprovider ausreichen damit man für den Service bezahlt. Wenn es nicht ausreicht darf man den Service nicht anbieten, jedenfalls nicht für den öffentlichen Parkraum!Machbar
Technisch ist das alles bereits heute möglich. Hätte man den Willen dazu wäre es derart einfach und unkompliziert umsetzbar. Es wäre korrekt implementiert und fehlerfrei. Es funktioniert insbesondere bei Störungen problemlos für den Kunden und hat immer die normale Fallback-Ebene auf den herkömmlichen Vorgang (z. B. darf man frei parken wenn die Parkautomaten alle kaputt sind, dies ist eine korrekte Fallback-Ebene).Nicht machbar
Was aber hingegen hier vorgestellt wird (also was ich über Handyparking gelesen habe) muss irgendwelchen vollkommen kranken Gehirnen entsprungen sein, es lässt sich einfach nicht anders erklären! Aber ich bin mir sicher, es hat trotzdem eine gute Chance ein großer Erfolg zu werden. Man merkt halt, das Jahrtausend hat gerade erst begonnen, die Leute lassen sich einfach jeden Blödsinn bieten. Und schlimmer noch, sie begrüßen es sogar.Hier das Gruselkabinett
Im folgenden führe ich die Firmen auf die solch einen Schrott anbieten. Ihre Serviceleistungen scheinen aus dem üblsten aller Gruselkabinette entsprungen, geradezu aus den Lehrbüchern wie man einen derartigen Service nicht implementieren sollte:parkmobile.de
www.parkmobile.de/ Zitate von der Homepage:
Zwei kurze Anrufe von Ihrem eigenen Handy reichen aus, um am mobilen Parken teilzunehmen: Ein Anruf zum Starten der Zahlung für das Parken und ein Anruf zum Stoppen der Parkzeit.
Mitglied werden
FAZIT: Unbrauchbarer Schrott und Datenkrake noch dazu.
handy-parken.de
www.handy-parken.de/(Link ohne JavaScript hoffendlich www.handy-parken.de/index1.php?lang=undefined) Zitate:
Wennn Sie durch die minutengenaue Abrechnung pro Parkvorgang nur 3 - 10 Minuten weniger Parkzeit bezahlen, ist Handy-Parken für Sie bereits ein Gewinn.
So liest sich heutzutage Abzocke. Und sie konnten sich nicht einmal jemanden leisten, der die Homepage auf Rechtschreibfehler durchsieht. So weckt man Vertrauen.
Starten und stoppen Sie Ihre persönliche Parkuhr mit einem gebührenfreien Anruf
loggen Sie dazu mit Ihrem persönlichen Usernamen und Passwort ein
FAZIT: Unbrauchbarer Schrott und Datenkrake noch dazu.
schlauer-parken.de
www.schlauer-parken.de/ Zitate:
Die Handhabung per Mobiltelefon ist denkbar einfach.
Wer hat eigentlich dieses Gerücht verbreitet? Alleine schon vom Ergonomiestandpunkt aus gesehen hat es viel zu viele Tasten!
Die Parkkosten werden vom persönlichen Schlauer Parken Konto abgebucht oder monatlich per Lastschriftverfahren eingezogen.
Für Anmeldung, Telefoneinwahl und Rechnungsservice entstehen keinerlei Kosten.
Sie können ein oder mehrere Fahrzeuge für Schlauer Parken anmelden.
Zum Beenden des Parkvorgangs wählen Sie erneut die Parkzonen-Rufnummer.
FAZIT: Unbrauchbarer Schrott und Datenkrake noch dazu.
Kurzer Hinweis zum Datenschutz
(Dies ist keine Rechtsberatung sondern sind lediglich die Erkenntnisse die sich mir als juristischem Laien in dieser Sache erschlossen haben.) Ich nenne die Firmen Datenkrake. Warum? Weil sie gegen geltendes Recht verstoßen. In diesem Lande haben wir ein Gesetz. Das nennt sich Datenschutzgesetz. Dieses Gesetz gebietet Firmen, die einen Service anbieten, diesen so anzubieten, dass nur die absolut notwendigen personenbezogene Daten für die Nutzung des Service erfasst werden. Deshalb verstoßen alle Firmen oben gegen geltendes Datenschutzgesetz. Das ist ein simples Fakt. Für einen beliebigen Service für Abrechnungszwecke ist regelmäßig keinerlei Benutzeraccount erforderlich. Die Serviceleistungen können auf solch einen Account verzichten ohne dass es Einschränkungen in ihrer der technischen Machbarkeit gäbe. Das erzwingen solcher Angaben die über das notwendige Maß hinausgehen ist ein direkter Verstoß gegen geltende Datenschutzrechte. Meine Auffassung in solcher Sache wurde übrigens durch einen Landesdatenschutzbeauftragten mir gegenüber bereits bestätigt. Konkret wurde nach einer Eingabe von mir durch den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten festgestellt, dass der Auftritt der Bahn unter www.bahn.de unter anderem genau wegen des Zwangslogins gegen geltendes Recht verstößt (der asoziale Haufen bei der Bahn schert sich allerdings einen Scheidreck um geltende Gesetze und betreibt die illegalen Webseiten in krimineller Weise fröhlich weiter. Das geht da in Sachen Datenschutz keine Strafen verhängt werden können). Benutzernamen gehören ganz klar zu den personenbezogenen Daten da sie sich direkt auf die Person beziehen. Es ist unerheblich, dass dieser Benutzername frei wählbar ist. Es ist aber sehr erheblich, dass dieser Benutzername dazu dient, die Person wiederzuerkennen, also zu identifizieren! Somit ist dieses Datum personenbezogen. Passworte fallen übrigens in dieselbe Kategorie. eMail-Adressen sind hingegen meistens zu dulden, da sie zur Kommunikation und somit zur Information des Nutzers notwendig sein können. Dies gilt aber nur für Dienste, die auch wirklich von solch einer eMail (z. B. einer Verarbeitungsbestätigung oder zusenden eines Tickets) in notwendiger Weise Gebrauch machen. Im Fall hier reichen die Bezahlinformationen aus. Das sind z. B. die Konto- oder Kreditkartendaten sowie das Autokennzeichen bzw., was besser wäre, eine "Park-ID". Dazu kommen Parkzeitanfang und .Länge. Mehr darf solch ein Service nicht erfassen. Eine permanente Speicherung der Transaktionen ist ohne freiwillige Zustimmung des Kunden nur im Rahmen der Abrechnung zulässig. Das bedeutet z. B. dass nach der Monatsabrechnung die Daten spätestens nach Verfall der Einspruchsfrist gelöscht werden müssen, außer der Kunde hat schriftlich einer erweiterten Datenspeicherung explizit zugestimmt. Zur Erbringung des Beweises einer solchen Zustimmung ist übrigens die Firma verpflichtet. Eine implizite Zustimmung (wie in den AGB oder AGN) kann es für solche erweiteren Zustimmungen nicht geben. Des weiteren muss der Kunde darüber aufgeklärt sein, dass er diese Zustimmung jederzeit ohne Nennung von Gründen und ohne zusätzliche Einschränkungen befürchten zu müssen jederzeit widerrufen kann. In der Regel fehlt diese Belehrung zum Widerrufsrecht in den AGBs und sonstigen Bestimmungen regelmäßig, weshalb auch die restlichen Bestimmungen zum Datenschutz nicht den notwendigen Erfordernissen einer rechtkonformen Erklärung nahekommen. Es klingt vielleicht etwas pingelig, aber man sollte erwarten, dass Firmen sich hier zumindest ein wenig rechtlich informiert haben bevor sie solch einen Service anbieten, und somit zumindest im Bereich des Datenschutzes das absolute Mindestmaß an Korrektheit beweisen.Denn sie wissen nicht was sie tun
Man muss also davon ausgehen, dass diese Firmen nicht wissen was sie tun. Ich verstehe die Verbraucher nicht. Wie kann jemand AGBs für solch einen simplen Vorgang wie Parken akzeptieren, wenn deren Länge bereits den Umfang der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung überschreiten? Was daran ist bitte "einfach". Wie kommen die Firmen überhaupt auf die Idee das sie einen wünschenswerten Service anbieten, wenn sie es derart kompliziert machen? Unser leben ist schon kompliziert genug! Deshalb mein Aufruf, lasst so etwas links liegen. Denkt nicht einmal darüber nach. Auch wenn es einfach und bequem aussieht, ihr erhöht die Entropie wenn ihr solch einen Service nutzt, und das vollkommen unnötiger Weise. Denn wenn man es genau betrachtet (alleine von den AGBs her) ist die Sache hochkompliziert, und zwar jeden Monat auf's neue! Also, nutzt das was gut und einfach ist, was funktioniert und was jeder kennt. Und vergesst solchen Schrott wie Handyparking. -Tino, 2006-06-29, vorläufig finale VersionPS: Habe ich jemandem Unrecht getan und ihn hier vergessen? Bitteschön, ich liste es gerne und verreiße den Service ebenso wie die anderen.
PPS: Dies ist eine private Meinung und vom Grundgesetz geschützt. Ich bin z. B. fest davon überzeugt (das ist eine Tatsache) dass Menschen die solch einen Service auf Bürger dieses Landes loslassen (und damit meine ich vor allem unsere Politiker) absolut krank im Gehirn sein müssen. Anders lässt sich es nicht erklären dass sie derart verblendet durch das Leben gehen und solchen Müll erlauben. Um es mit Mel Brooks zu sagen: Derartige Verfahren stinken!