Leserzuschriften
Hey, es gibt Leute, die meine Seiten lesen? Wow. Für alle, die gerne anonym (nur ich, Google und Big-Brother-Staat wissen wer mir das zumailte) einen Text veröffentlichen will, oder auch mit vollem Namen und Rücklink, den kann ich hier verewigen. Ohne Garantie, also nur ich alleine entscheide, ob und wie lange.
Ach ja, Creative Commons gilt hier nur eingeschränkt. Wenn der Urheber nicht genannt wird kann man ihn ja auch nicht fragen ob man kopieren darf.
Wichtig: Ich mache mir durch das Veröffentlichen hier die
Meinung nicht zu eigen. Es sind nicht meine Texte. Und sie geben nicht unbedingt meine Meinung wider. Warum ich sie trotzdem hier hinterlege?
Weil
ich sie mir merken will.
Und warum mache ich das öffentlich?
Damit ich diese Texte auch suchen kann. Wenn ich diese hinter einen Passwortschutz packe, dann findet Google die nicht, genausowenig wie archive.org.
Wer das nicht kapiert hat das WWW nicht kapiert. Vermutlich kommt das Unverständnis aus dem Grund, dass der Kommerz den meisten Surfern inzwischen erfolgreich(!) die Sicht auf die Realität verstellt hat.
Die Realität ist nämlich, dies hier ist eine Homepage. Meine Homepage. Mit allen Konsequenzen dessen, was das bedeutet.
Und so sieht eine Homepage übrigens aus. Ja, nicht unbedingt so unordentlich, aber auf keinen Fall hochglanzpoliert wie ein Flash/PDF-Katalog. Das sind nämlich keine Homepages, das sind schlichtweg digitale Schaufenster, die eigentlich im Web so wenig verloren haben wie digitalisierte Kaffeemaschinen.
Die Homepage ist der Anfang vom Web. Wer Google seine Homepage nennt, der macht es richtiger als die Firmen, die ihre Webseiten Homepage nennen.
Eine Homepage dient nämlich nicht der Selbstdarstellung. Eine Homepage ist
- ein Zettelkasten, in dem man sich notiert, was man nicht vergessen will.
- der Ort, in dem man seine Meinung verbreitet, im Gegensatz zu Marketinggeschwätz, das ja weniger Meinung und mehr Lüge darstellt.
- der Ort, in dem man Erkenntnisse notiert, damit man sie nicht vergisst, evtl. noch etwas aufgepeppt, damit sie auch anderen helfen, man ist schließlich ein soziales Wesen.
- der Ort, an dem man zusammenfasst, was man mag, was man hasst, was man irgendwie eben bekritteln will.
Und das alles macht man primär - für sich selber. Nicht für die anderen. Wenn denen etwas nicht passt, dann sollen sie eben woanders hingehen.
Ja, stimmt, das sind Homepages. Das ist der Ursprung des Web. Haben das alle wirklich vergessen?
Wer die Grundlagen aus denen alles entstanden ist verleugnet, der braucht sich nicht wundern, wenn ich ihn nicht verstehe. Deshalb sind leider Erklärungen wie diese inzwischen notwendig, damit auch diejenigen verstehen, die fachfremd sind, und sich niemals die Mühe machten, auch nur zu verstehen, worum es beim Internet eigentlich geht, was das Internet eigentlich ist, woher es kommt, wohin es gehen wird und warum die Dinge so liegen wie sie liegen.
Gesetze die älter sind als das wiedervereinigte Deutschland können der Natur des Internets nur selten gerecht werden. Außer sie sind intellektuell hochstehend und generell (wie die Menschenrechte). Aber Verwertungsrechte usw. passen hier eigentlich nicht her, das Netz ist anders.
Ich erwarte gar nicht, dass das die Juristerie in den nächsten 100 Jahren auch nur irgendwie versteht, aber ich bitte zumindest darum:
Lasst mich in Frieden leben. So wie ich alle anderen in Frieden leben lassen will.
Ich glaube, jeder Mensch hat eigentlich das Recht dazu.
-Tino, 2009-05-29